Steffen Hanak

Marke Glücksspiel

Eine Spielhalle zu betreiben, ist oft ein hartes Stück Arbeit. Die Automatenunternehmer sehen sich mit einem Berg an Regularien konfrontiert, deren Details einen frustrieren können. Dass sie als Unternehmer Steuern zahlen und Arbeitsplätze schaffen – geschenkt. Dass sie gemäß Glücksspielstaatsvertrag mit der Kanalisierung des Glücksspiels sogar einen staatlichen Auftrag erfüllen – weitgehend unbekannt. Dass für Spielhallen strenge Einlasskontrollen und Alkoholverbot gelten – dämmt die Flut der Vorurteile kaum ein.

Und trotzdem gibt es Spielhallen und Automatenunternehmer. Beide werden gebraucht. Es ist beeindruckend, wie viel Mühe sich manche Unternehmer geben. Sie haben allen Schwierigkeiten zum Trotz ihre Spielhallen zu einer Marke gemacht, wie wir es im Titelthema der März-Ausgabe von games & business sehen. Da werden kreative Logos entwickelt, die für ein ganzes Unternehmen stehen und weitere Objekte zieren, vom Gebrauchsgegenstand bis zum Werbegeschenk. Es gibt komplette Kataloge, die Zubehör anbieten, um Spielhallen auszustatten und ihnen eine persönliche Note zu geben. Ganze Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, die Innenarchitektur von Spielhallen zu gestalten.

Am entscheidendsten ist jedoch die Identifikation mit dem Job. Nur wer sich mit seinem Beruf als Automatenunternehmer identifiziert, Gewinnorientierung und gesellschaftliche Verpflichtungen zum Spielerschutz übereinbringt und dabei das Glück hat, als Unternehmer nicht politischer Borniertheit zum Opfer zu fallen, wird seine Marke dauerhaft verteidigen können. Dass es auch Politiker gibt, die den Wert der ‚Marke legales Spiel‘ ganz realistisch betrachten, lesen Sie ebenfalls in unserer März-Ausgabe. Selbst wenn manch wohlmeinende Zeitgenossen immer wieder versuchen, die Notwendigkeit von Spielhallen in Abrede zu stellen, wir wissen es besser – und einige andere zum Glück auch.

Steffen Hanak, Chefredakteur games & business
hanak@gamesundbusiness.de