Illegaler Online-Glücksspielmarkt in Europa: Mittlerweile 12 Milliarden Umsatz

Eine neue Euromat-Studie zeigt, dass sich der Nettoumsatz des illegalen Online-Glücksspielmarktes in Europa seit 2019 verdreifacht hat auf 12 Milliarden Euro im Jahr 2025 – und damit 25 Prozent des gesamten Glücksspielsektors ausmacht. Die Berechnungen der bislang detailliertesten Analyse zum illegalen Online-Glücksspiel in Europa führten das Ausmaß des unregulierten Schwarzmarktes deutlich vor Augen, meldet der europäische Glücksspielverband Euromat. Die Studie hat 28 europäische Online-Glücksspielmärkte analysiert, darunter die EU-27 (ohne Malta und Luxemburg) sowie zusätzlich das Vereinigte Königreich, Serbien und Montenegro.

Faktoren für Verdreifachung

Offensichtlich sei anhand der Studiendaten, dass Schwarzmärkte für Online-Glücksspiele nicht zufällig entstünden, sondern das Ergebnis staatlicher Maßnahmen sind. Das erklärt Filip Jelavić, Mag. iur., Inhaber und Projektleiter bei Helios. Helios hat die Studie zusammen mit Regulus Partners durchgeführt. Diese Maßnahmen trieben die Abwanderung von Online-Spielern in den illegalen Markt voran. „Verbraucherschutzmaßnahmen sind von entscheidender Bedeutung, wirken sich jedoch kontraproduktiv aus, wenn sie dazu führen, dass Spieler auf den Schwarzmarkt abwandern.“

Um auf dem Schwarzmarkt einflussreiche Glücksspielmarken aufzubauen, werden der Studie zufolge Kryptowährungen genutzt. Jelavić: „Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass die mächtigsten Schwarzmarktbetreiber mittlerweile groß genug sind, um bekannte Marken mit hohem Marktanteil aufgebaut zu haben. Die von uns durchgeführte Traffic-Analyse zeigt, dass das rasante Wachstum der Kryptowährungen entscheidend zum Aufbau vieler dieser Unternehmen beigetragen hat.“ Unter anderem, indem regulatorische Vorschriften umgangen worden seien.

Für Euromat-Präsident Jason Frost (Foto) ist die bislang detaillierteste und gründlichste Untersuchung des Schwarzmarktes entscheidend für die Argumentation gegenüber politischen Entscheidungsträgern und Strafverfolgungsbehörden in den Mitgliedstaaten. Frost: „Der illegale Schwarzmarkt ist ein großes Problem für alle, die die Bedeutung einer fortschrittlichen und fair regulierten Freizeit- und Unterhaltungswirtschaft anerkennen – sei es stationär oder online.“ Frost verweist darauf, dass organisierte kriminelle Gruppen illegales Glücksspiel nach Erkenntnissen des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung als ‚Cash Cow‘ sehen.

Die Euromat-Mitglieder hielten sich an höchste Integritätsstandards und bieten Millionen von Verbrauchern in ganz Europa ein legales Unterhaltungsangebot, betont Frost. „Unregulierte Schwarzmarktbetreiber zahlen hingegen keine Abgaben und Steuern und können dank erheblich geringerer Betriebskosten höhere Renditen versprechen, was die Abwanderung aus den legalen Märkten vorantreibt.“ Der Schwarzmarkt lenke die Ausgaben der Verbraucher von den regulierten Sektoren ab.

Bild: © Euromat