22.09.2026
GGL fordert mehr Befugnisse gegen illegale Glücksspielanbieter
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) will mehr Befugnisse im Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel. Die in Halle (Saale) ansässige Behörde müsse schneller auf Veränderungen des Marktes reagieren und über neue Maßnahmen entscheiden können, sagte GGL-Vorstand Ronald Benter (Foto) der „Mitteldeutschen Zeitung“ (MZ). Eine Möglichkeit dafür sieht Benter bei der derzeit laufenden Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags.
Schneller werden und mehr Entscheidungsspielraum
„Der illegale Markt ist sehr dynamisch. Deswegen müssen wir als Behörde auch schneller werden“, so Benter im MZ-Interview. Der Glücksspielstaatsvertrag enthalte derzeit teilweise sehr detaillierte Vorgaben. Selbst wenn sich die GGL und die Bundesländer über notwendige Anpassungen einig seien, könnten Änderungen des Regelwerks mehrere Jahre dauern.
Benter plädiert deshalb dafür, der Behörde mehr Entscheidungsspielraum zu geben. Solche Entscheidungen sollten in Abstimmung mit dem Verwaltungsrat der GGL getroffen werden, in dem die Interessen der Länder vertreten seien. „Am Ende haben wir die Expertise und sollten deswegen auch schneller auf Entwicklungen reagieren und über neue Maßnahmen entscheiden können“, zitiert die MZ Benter.
Strafverfolgung im Ausland
Handlungsbedarf sieht die Glücksspielaufsicht demnach auch bei der Strafverfolgung illegaler Anbieter im Ausland. Die GGL spricht sich dafür aus, dass Staatsanwaltschaften auch gegen Personen Strafverfahren eröffnen können, die von außerhalb Deutschlands illegales Glücksspiel für deutsche Nutzer anbieten. Dies geschehe bislang so gut wie nie, sagte Benter. Verfahren könnten nach Einschätzung der Behörde die Abschreckung erhöhen. Hier geht es zum MZ-Artikel (Bezahlschranke).
Bild: © GGL