BAkademie zu Fachkräften: „Das Menschliche bleibt entscheidend“

Mitarbeiter sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen, so natürlich auch für Spielhallen. Aus diesem Grund widmete der Bundesverband Automatenunternehmen (BA) die aktuelle Ausgabe seiner BAkademie am 27. Oktober dem Thema „Fachkräfte finden, binden und fördern: Strategien für eine erfolgreiche Personalgewinnung“. Geboten wurde ein Überblick über die aktuelle Marktsituation sowie viele Ratschläge aus der Praxis.

Von Empfehlung bis zum Hauptbahnhof

„Die Qualität der Bewerbungen ist massiv gesunken“, beobachtet BA-Vizepräsidentin Petra Höcketstaller in ihrem Alltag. Umso wichtiger sei es, gezielt an den richtigen Stellen zu suchen. Die besten Erfahrungen habe sie mit Bewerbern über Empfehlungen von Mitarbeitern gemacht. Auch Admiral setzt unter anderem auf Empfehlungen durch Mitarbeiter, wie Jennifer Nisan und Daniel Kramer berichteten. Bis zu 300 Euro-Prämie lobt das Unternehmen für eine solche Vermittlung aus. Darüber hinaus sucht Admiral über Verkaufsanzeigen, Jobplattformen und Plakate nach Personal. In besonderen Fällen schaltet das Unternehmen Werbespots über AmbientTV an öffentlichen Plätzen. Ein besonders erfolgreiches Beispiel sei eine Kampagne am Münchener Hauptbahnhof, freute sich Jennifer Nisan.

KI nicht die alleinige Lösung

Gerade bei schwer zu besetzenden Positionen könne man nicht auf Bewerber warten, berichtete HR-Expertin Denise Walter (getHR und noBSrecruiter). Dabei sei es entscheidend, die richtigen Leute zu adressieren. „Lieber nicht so viele Bewerber, aber dafür die richtigen.“ Daher solle man nur auf den relevantesten Plattformen suchen, um Streuverluste zu minimieren, rät Walter. Zudem sei die richtige Ansprache entscheidend. „Klassisches Bullshit-Bingo funktioniert nicht mehr.“ Häufig genannte Vorzüge, wie etwa der Obstkorb, seien kein Differenzierungsmerkmal mehr. Auch beim Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Personalsuche ist Walter skeptisch: „KI macht schlechtes Recruiting nur schneller.“ Das Werkzeug brauche strenge menschliche Kontrolle.

Onboarding-Struktur gegen Fluktuation

Ein weiteres Problem der Branche ist die hohe Personalfluktuation. „Es passiert häufiger, dass Mitarbeiter in den ersten sechs Monaten gehen“, so BA-Vizepräsident Thomas Plöger. Viele Neueinsteiger hätten falsche Vorstellungen von der Tätigkeit. Gerade das Schichtsystem und seine Anforderungen würde oftmals unterschätzt. Auch Daniel Kramer beobachtet bei Admiral eine Frühfluktuation. Um hier entgegenzusteuern, hat das Unternehmen die Onboarding-Prozesse überarbeitet. Derzeit ist das Projekt „Fit für die Schicht“ in einer Pilotphase. Ziel sei es, über strukturierte Prozesse die Einarbeitung zu verbessern. So soll in der zweiten Woche jeder Mitarbeiter selbstständig eine Schicht absolvieren können.

Interesse am Menschen

„Wir haben alle ähnliche Probleme“, weiß auch Silvia Meyer von Jackpot Automaten. Um die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen, setzt sie auf verschiedene Aspekte. Klare und einheitliche Strukturen sollen Mitarbeitern Orientierung und Sicherheit bieten, auch in anderen Filialen. Zudem ist es ihr in der Teamführung wichtig, Wünsche und Fairness zu verbinden. Dies beinhalte etwa Wunschfrei vor der Dienstplanung und eine faire Verteilung von Wochenenden und Feiertagen, führte Meyer aus. Zudem sei es wichtig ein „Wir-Gefühl“ zu schaffen. Dieses sei oftmals abhanden gekommen. Um es wiederherzustellen, müsse man Interesse am Menschen haben. „Das ist ein anspruchsvoller und anstrengender Bereich, aber sehr wichtig“, ist Meyer überzeugt. Hierzu gehöre gelebte Wertschätzung und eine Offenheit für neue Ideen durch Mitarbeiter. Auch Simone Storch, Geschäftsführerin des BA, ist sich sicher: „Neben tollen Tools und KI, bleibt das Menschliche entscheidend.“

Noch mehr Infos rund um das Thema Personal finden Sie in unserer November-Ausgabe. Und auch die nächsten BAkademie-Veranstaltung wirft bereits ihre Schatten voraus: Bei der zweiten Ausgabe BAkademie+ am 11. November stellen sich weitere BA-Service-Partner vor.