BA zur „Geschmeinschaftsprognose“: Gemischtes Signal

Die Gemeinschaftsdiagnose (GD) analysiert und prognostiziert zweimal jährlich, im Frühjahr und Herbst, die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die Ergebnisse, die in einer Projektgruppe verschiedener Wirtschaftsinstitute erarbeitet werden, dienen als wichtige Orientierung für die wirtschaftlichen Projektionen der Bundesregierung und fließen in deren Haushalts- und Finanzplanung ein. In einem aktuellen Rundschreiben stellt der Bundesverband Automatenunternehmen (BA) die aktuellen Ergebnisse der GD vor und ordnet sie mit Blick auf die Branche ein.

Wachstum erwartet

Nach der Ende der vergangenen Woche veröffentlichten Gemeinschaftsdiagnose befindet sich die deutsche Wirtschaft seit Ende 2025 wieder im Aufschwung. Nach Einschätzung der teilnehmenden Wirtschaftsforschungsinstitute fällt die Erholung im Jahr 2026 mit einem erwarteten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 Prozent stärker aus als noch im Frühjahr prognostiziert. Für 2027 wird ein Wachstum von 1,1 Prozent, für 2028 von 0,4 Prozent erwartet.

Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Entwicklung durch hohe Energiepreise, strukturelle Herausforderungen und ein rückläufiges Erwerbspersonenpotenzial belastet. Im ersten Halbjahr 2026 entwickelten sich insbesondere Exporte und das Verarbeitende Gewerbe positiv. Unternehmensinvestitionen und privater Konsum blieben dagegen zunächst schwach. Im dritten Quartal hat sich die Erholung vorübergehend verlangsamt. Neben den höheren Energiepreisen belastet insbesondere das seit Juli anhaltende Niedrigwasser die Produktion, vor allem in der chemischen Industrie. Für die weitere Entwicklung erwarten die Institute Impulse durch die robuste Auslandsnachfrage sowie höhere öffentliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur. Die Inflation wird für 2026 auf 2,8 Prozent und für 2027 auf 3,2 Prozent geschätzt, bevor sie 2028 auf rund 2,0 Prozent zurückgehen soll.

Auch für den Dienstleistungsbereich zeichnet die Gemeinschaftsdiagnose ein differenziertes Bild. Für die zweite Jahreshälfte 2026 erwarten die Institute insgesamt einen positiven Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung.Insbesondere die unternehmensnahen Dienstleistungen profitieren von der weltweiten Nachfrage im Zusammenhang mit dem KI-Boom. Die öffentlichen Dienstleistungen dürften vor allem aufgrund höherer Ausgaben für Gesundheit und Pflege weiter kräftig expandieren. Demgegenüber werden konsumnahe Dienstleistungen durch die gestiegenen Energiepreise und die damit verbundenen Kaufkraftverluste belastet. Für den Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe erwarten die Institute für 2026 ein Wachstum von 1,1 Prozent und für 2027 von 0,6 Prozent.

„Energiekosten treffen gleich zweifach“

Der BA ordnet die Ergebnisse für die Branche ein. Für das gewerbliche Geldspiel sende die Prognose ein gemischtes Signal. Die Wirtschaft wachse zwar wieder, getragen wird der Aufschwung aber vor allem von Exporten und öffentlichen Ausgaben. Der private Konsum bleibt dagegen schwach. „Die hohen Energiepreise treffen unsere Betriebe gleich zweifach, weil sie die eigenen Kosten erhöhen und die Kaufkraft der Gäste schmälern“, folgert der Verband. Für Handel, Verkehr und Gastgewerbe erwarten die Institute ein Plus von 1,1 Prozent in diesem und 0,6 Prozent im kommenden Jahr. Bei den Branchenbetrieben komme davon jedoch kaum etwas an, viele geraten wirtschaftlich zunehmend unter Druck. Hinzu komme Fachkräftemangel und demografischer Wandel als strukturelle Probleme, die sich nicht mit der Konjunktur von selbst lösen.

„In diesem Umfeld wiegt jede zusätzliche Belastung doppelt schwer. Steigende Vergnügungssteuern oder weitere Einschränkungen des legalen Angebots würden die ohnehin angespannte Lage vieler Betriebe verschärfen und dem illegalen Glücksspiel nur noch weiter in die Hände spielen“, unterstreicht der BA. Die Branche brauche deshalb jetzt verlässliche Rahmenbedingungen: flexible Arbeitszeiten, keine neuen Steuerlasten und endlich eine ausbalancierte Regulierung, die das legale Spiel zwischen wirksamen Spielerschutz und bedarfsgerechter Ausgestaltung gestaltet.

Folgende Institute sind Teil der Projektgruppe hinter der Gemeinschaftsdiagnose: das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin, das ifo Institut (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München) in Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) Wien,  das Kiel Institut für Weltwirtschaft, das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sowie das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Essen. Den aktuellen Bericht finden Sie hier.