Dehoga kritisiert Erhöhung der Pauschalsteuer bei Minijobs

Der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband (Dehoga Bundesverband) reagiert mit deutlicher Kritik auf den Kabinettsbeschluss zur Einkommensteuerreform am 2. September 2026. Die Erhöhung der Pauschalsteuer bei Minijobs von zwei auf fünf Prozent sei das völlig falsche Signal.

„Minijobs müssen bezahlbar bleiben“

„Wer sich politisch zum Minijob bekennt, muss ihn auch bezahlbar halten“, fordert Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Wer ihre Kosten immer weiter nach oben treibt, greife unmittelbar die Beschäftigungsfähigkeit der Branche an und nehme Betrieben wie Beschäftigten die notwendige Flexibilität. Die Folgen für das Gastgewerbe, in dem jeder zweite Beschäftigte auf Minijobbasis arbeite, seien gravierend.

„Weitere Belastungen verhindern“

Zöllick benennt die steigenden Personalkosten als mit Abstand größte Herausforderung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. „Der Bundestag muss deshalb dringend nachbessern und weitere Belastungen verhindern“, fordert er. Der Arbeitgeberbeitrag zur Krankenversicherung sei bereits vor der Sommerpause von 13 auf 17,5 Prozent angehoben worden. Weitere Belastungen durch einen Arbeitgeberbeitrag zur Pflegeversicherung stünden ebenso im Raum wie Eingriffe in den rentenrechtlichen Sonderstatus der Minijobs.

„Deutschland braucht eine Steuerpolitik, die Arbeit und Unternehmertum tatsächlich entlastet“, wird der Dehoga-Präsident deutlich. Viele gastgewerbliche Betriebe seien mittelständische Personenunternehmen und versteuerten ihre Gewinne über die Einkommensteuer. „Zusätzliche Belastungen nehmen ihnen genau die Mittel, die sie für Investitionen, Arbeitsplätze und Zukunftssicherung benötigen.“

© Dehoga Bundesverband/Svea Pietschmann