30.03.2026
Illegales Glücksspiel in Berlin: 120 Spielautomaten sichergestellt und geöffnet
Bei einer Großrazzia gegen illegales Glücksspiel in Berlin sind 120 Spielautomaten sichergestellt worden. Die Auslesung der Geldspielautomaten erfolgte am 27. März. Der Einsatz fand am 18. März statt. Etwa 400 Dienstkräfte verschiedener Behörden hatten berlinweit 74 Standorte durchsucht. Aus den illegal betriebenen Automaten konnten jetzt rund 180.000 Euro sichergestellt werden. Die Summe soll nun im Zuge der Vermögensabschöpfung eingezogen werden.
Wettbewerbsverzerrung für legale Spielhallenbetreiber
Wirtschaftssenatorin Giffey berichtet per Video aus dem Sicherstellungsgelände und betont: „Das ist eine Wettbewerbsverzerrung gegenüber all denen, die sich im Spielhallengeschäft an die Regeln halten.“ Weiter sagt sie, dass die Bekämpfung des illegalen Automatenspiels ein zentraler Vollzugsschwerpunkt ihrer Senatswirtschaftsverwaltung im Rahmen der Gewerbeaufsicht sei. Gemeinsam mit Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU), die auch vor Ort waren, gehe sie gegen illegales Glücksspiel, Geldwäsche, organisierte Kriminalität, Steuerhinterziehung, Wettbewerbsverzerrung und die Schädigung des Wirtschaftsstandortes Berlin vor.
Schnell versteckte Geräte
Auch mehrere Berliner Medien berichteten vom Termin im ehemaligen Tramdepot in Schöneberg, in dem die 120 illegal betriebenen Glücksspielautomaten stehen. Darunter die Berliner Morgenpost oder Welt und Zeit mit dpa-Material. Illegal aufgestellte Spielautomaten sind nach Einschätzung von Ermittlern ein wichtiges Betätigungsfeld der Organisierten Kriminalität. Der volkswirtschaftliche Schaden gehe alljährlich in die Millionen. Dabei seien sie „schnell versteckt“, wie eine LKA-Expertin der Morgenpost berichtet. Da gehe wirklich alles an der Steuer vorbei. „Die könnten hier nicht mal angemeldet werden, wenn man wollte.“ Etwa weil sie nicht für das europäische Stromnetz zugelassen seien. Die Einsatzkräfte würden die Geräte in Koffern, Verpackungen und Schränken finden. Auch in einer Waschmaschine habe man schon ein Gerät entdeckt. Die illegalen Stehgeräte sähen zudem den legalen Geräten in Kneipen und Spielhallen zum Verwechseln ähnlich.
7 Millionen Euro Vermögenswerte seit 2023 gesichert
„Rechtskräftige Einziehungsentscheidungen in Höhe von rund 330.000 Euro, anhängige Verfahren mit einem Volumen von über 2 Millionen Euro und gesicherte Vermögenswerte in Höhe von derzeit rund 7 Millionen Euro“, zog Justizsenatorin Badenberg Bilanz seit August 2023. Weitere Maßnahmen in Höhe von etwa 1,5 Millionen Euro seien zudem in Vorbereitung. „Das ist ein spürbarer Eingriff in die Geschäftsgrundlage organisierter Kriminalität.“ Innensenatorin Spranger kündigte an, dass die Verbundkontrollen mit Beteiligung mehrerer Behörden weitergehen sollen. Bei der großangelegten Razzia in Berlin Mitte März waren die Gewerbeaufsicht, der Zoll, das Technische Hilfswerk, die Steuerfahndung, die Staatsanwaltschaft und diverse Ordnungsämter involviert.
Bild: Screenshot aus dem Videobeitrag der Wirtschaftsenatorin zum Einsatz gegen illegales Glücksspiel in Berlin. © Giffey
