Ohne Vollzug ist alles nichts

„Wenn es schon einen Glücksspielstaatsvertrag gibt, dann brauchen wir auch einen Staat, der konsequent gegen das illegale Spiel vorgeht. Es bringt nichts, wenn die tollsten Dinge aufgeschrieben werden, aber der Vollzug nicht klappt,“ sagt Martin Blach (Foto), Sprecher der Geschäftsführung von Lotto Hessen, gegenüber games & business. Der Kampf gegen das illegale Spiel beschäftigt Lotto Hessen genauso wie die Automatenwirtschaft.

Lotto Hessen und GGL bei Schwarzmarkt unterschiedlicher Auffassung

„Das Schwarzmarktproblem spielt sich vor allem online ab“, berichtet Blach. „Wir als staatlich seriöser Anbieter haben zwar eine Erlaubnis für virtuelles Automatenspiel, aber mit 60 Seiten Nebenbestimmungen. Das kann nicht angehen. Zum Schwarzmarkt gibt es auch unterschiedliche Auffassungen zwischen uns und der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Die GGL stellt fest, dass es einen Schwarzmarktanteil von rund 23 Prozent gäbe, andere Studien zufolge liegt dieser Anteil bei mehr als 50 Prozent. Erst kürzlich gab es eine Razzia wegen illegalen Online-Glücksspiels hier bei uns im Rhein-Main-Gebiet. Die Ermittler gehen davon aus, dass fünf Beschuldigte hier seit mindestens Juli 2021 durchgehend gewerbs- und bandenmäßig Glücksspiel über das Internet angeboten haben. Nur für den Zeitraum von Juli 2021 bis Ende 2023 sollen die illegal über das Internet getätigten Spieleinsätze 5,8 Milliarden Euro betragen haben. Rechnen Sie das mal hoch … Will sagen: Mit diesem Phänomen sind alle drei Anbieter Lotto, Spielbanken und Spielhallen konfrontiert.“

Attraktives Angebot beim legalen Spiel nötig

Um diesem Problem des Schwarzmarkts zu begegnen, genügt es aus Blachs Sicht aber nicht allein, wenn der Staat strikter gegen das illegale Spiel vorgeht. Auch die Angebote des legalen Spiels haben in diesem Kampf eine entscheidende Rolle. „Wir brauchen ein attraktives Spielangebot, sonst gehen die Leute zu den illegalen Anbietern – wie andere Spielarten das zeigen, etwa beim Automatenspiel oder Poker“, unterstreicht Blach.

Mit welchen Angeboten Lotto Hessen versucht, auch gezielt jüngere Leute und Kurzentschlossene zu erreichen und wo Martin Blach noch Möglichkeiten für eine Kooperation von Lotto und Automatenspiel sieht, lesen Sie in der November-Ausgabe von games & business. Dort finden Sie das komplette Interview mit dem Sprecher der Geschäftsführung von Lotto Hessen. Hier geht’s zu unserem kostenlosen Probe-Abonnement.