30.06.2026
Österreich: Einigung auf Glücksspielreform
Die österreichischen Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und NEOS haben sich auf die größte Reform des Glücksspielgesetzes seit 26 Jahren geeinigt. Der Gesetzentwurf geht nun in Begutachtung, wie es seitens der Bundesregierung heißt. Die Reform bringt mehr Schutz für Spielerinnen und Spieler und eine grundlegende Neuregelung für die Online-Lizenzen.
Neuregulierung Online-Glücksspiel
Demnach soll jeder Anbieter, der „die strengen Anforderungen erfüllt“, künftig eine Online-Konzession im Land erhalten können. Damit öffnet die Neuregulierung des Glücksspielgesetzes den heimischen Onlineglücksspielmarkt für mehr Anbieter. Aktuell haben nur die Österreichischen Lotterien mit ihrer Plattform win2day die Konzession für Online-Glücksspiel in Österreich. Betreiber, die bisher ohne österreichische Lizenz in Österreich aktiv waren, müssen eine sogenannte Cooling-Off-Phase durchlaufen. Dafür müssen sie ab 1. Januar 2027 bis zur Vergabe der Konzession das bisherige illegale Online-Angebot einstellen. Für Anbieter, die sich nicht daran halten, soll eine 18-monatige Sperrfrist für die Konzessionserteilung greifen.
Fokus Spielerschutz und Änderungen bei Glücksspielautomaten
Eingeführt werden soll ein zentrales, betreiber- und spielartenübergreifendes Sperrregister, in dem betreiberseitige Sperren und Selbstsperren zentral erfasst werden. Das Register umfasst Casinos, Spielautomaten und Onlineglücksspiel – ausgenommen Lotto. Außerdem greifen Einzahlungslimits für Online-Glücksspiel (für 18- bis 26-Jährige zum Beispiel 250 Euro pro Woche) und für Glücksspielautomaten.
Aufhebung des Jackpot-Verbots für ein attraktives legales Angebot
Bei Glücksspielautomaten wird die Spielfrequenz beschränkt. Nach 90 Minuten Spieldauer wird außerdem eine verpflichtende Abkühlphase eingeführt, in der mit Videos über die Risiken aufgeklärt wird. Das Einsatzlimit bei Glücksspielautomaten (auch Online-Slots) wird auf 5 Euro halbiert. Das Gewinnlimit von 10.000 Euro, das sich in der Praxis bewährt habe, bleibt erhalten. Zusätzlich wird das bisher bestehende Jackpot-Verbot aufgehoben, um ein attraktives legales Glücksspielangebot zu gewährleisten und der Abwanderung in den Schwarzmarkt entgegenzuwirken.
Für ÖVP-Finanzsprecher Andreas Ottenschläger beendet die Öffnung des Online-Marktes überholte Monopolstrukturen, schafft neue Investitionsanreize und stärkt den Wirtschaftsstandort Österreich. „Wir verbessern den Spielerschutz und wir bringen Ordnung in einen Online-Markt, der in den letzten Jahren immer grauer und schwärzer geworden ist“, betont SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer. Und für Christoph Pramhofer, NEOS-Sprecher für Gesundheit und Kapitalmarkt steht fest: „Ein Glücksspielangebot, das im legalen und regulierten Bereich stattfindet, ist der beste Spielerschutz.“ Mehr zu den Inhalten der Glücksspielreform für Österreich gibt’s hier.
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