Spielerschutz, Schwarzmarkt, Regulierung: Parlamentarischer Abend der Automatenwirtschaft in Dresden

„Gerade die mittelständischen Betriebe nehmen ihre Verantwortung für den Spielerschutz ernst und engagieren sich aktiv gegen Spielsucht.“ Das sagte der Präsident des Sächsischen Landtags, Alexander Dierks (CDU), auf dem Parlamentarischen Abend der Automatenwirtschaft am 15. September in Dresden. Eingeladen hatten der Dachverband Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) und der Verband der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland (VA). Die Glücksspielbranche sei aufgrund ihrer besonderen Verantwortung für den Spielerschutz kein Wirtschaftszweig wie jeder andere, so Dierks. „Gleichzeitig ist sie ein relevanter Wirtschaftsfaktor und sichert Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.“

Legales Angebot stärken

Dierks unterstrich,  so der DAW, dass Glücksspiel klar und verlässlich geregelt sein müsse, um problematisches und süchtiges Spielverhalten zu verhindern. Damit diese Regeln auch wirksam angewendet und durchgesetzt werden, brauche es einen legalen und regulierten Markt. Dierks: „Glücksspiel darf insbesondere im Internet nicht zu illegalen und unkontrollierten Anbietern abwandern.“

DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker äußerte sich besorgt über den wachsenden illegalen Glücksspielmarkt. Er unterstrich die Notwendigkeit, das legale Angebot in Deutschland zu stärken. „Der Schwarzmarkt wächst – und das seit Jahren. Mittlerweile ist fast jedes zweite Gerät in Deutschland illegal. Das muss uns alarmieren. Deshalb brauchen wir neben einem konsequenten Vollzug gegen illegale Angebote auch bessere Rahmenbedingungen für das legale gewerbliche Spiel. Nur mit einem ausreichend verfügbaren und starken legalen Angebot, das einen hohen Verbraucher- und Jugendschutz gewährleistet, können wir unseren gesetzlichen Kanalisierungsauftrag erfüllen und den Schwarzmarkt wirksam zurückdrängen.“

Realitätsbezogen regulieren

Thomas Breitkopf thematisierte vor den Abgeordneten des Sächsischen Landtags und Vertreterinnen und Vertretern der Sächsischen Landesregierung, dass die Regulierung in Sachsen gerade für die legalen Unternehmen eine Belastung darstelle. Insbesondere die derzeitige Sperrzeitenregelung sei realitätsfern und spiele den illegalen Anbietern in die Karten, so der VA-Vorsitzende und Präsident des Bundesverbands Automatenunternehmen. Eine realitätsbezogene Betrachtungsweise sollte auch für die Evaluierung der Spielverordnung auf Bundesebene die Grundlage darstellen. Legale Unternehmen müssten mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Lage sein, wirtschaftlich arbeiten zu können. Die Festlegung des Spielpreises erfolge durch den Gesetzgeber, nicht durch die Unternehmen, machte Breitkopf deutlich. Diese Besonderheit der Branche müsse auch im kommunalen Bereich deutlich mehr Beachtung finden. „Vergnügungssteuererhöhungen dürfen nicht dazu führen, dass unternehmerische Tätigkeit nicht mehr möglich ist.“

Bild (v. l.): Georg Stecker, Alexander Dierks, Kathrin Wegener (DAW-Beauftragte für Länderkommunikation in Sachsen und Thüringen), Thomas Breitkopf beim Parlamentarischen Abend der Automatenwirtschaft in Dresden 2026. © DAW/AWI/Bonss