18.09.2026
Sachlich, kritisch, mit gemeinsamem Ziel: Parlamentarischer Abend der Automatenwirtschaft an Kieler Förde
Die Entwicklung des legalen gewerblichen Automatenspiels und der wachsende illegale Glücksspielmarkt waren Schwerpunkte des Parlamentarischen Abends der Automatenwirtschaft am 17. September an der Kieler Förde. Der Dachverband Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) und der Automaten-Verband Schleswig-Holstein (ash) hatten für den Austausch mit Politik, Verwaltung und Institutionen ins Seebad Düsternbrook eingeladen. DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker und der ash-Vorsitzende freuten sich über große Resonanz.
Regulierung mit Augenmaß, konsequenter Vollzug, kontinuierlicher Dialog
„Eine verantwortungsvolle Glücksspielregulierung muss zwei Ziele miteinander verbinden: Sie muss einen wirksamen Verbraucher- und Jugendschutz gewährleisten und zugleich dafür sorgen, dass legale Angebote ihren Kanalisierungsauftrag erfüllen können“, machte DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker deutlich. Dafür brauche die Branche verlässliche und zeitgemäße Rahmenbedingungen, die ein starkes und nachfragegerechtes legales Spiel ermöglichen. Gleichzeitig müssten illegale Glücksspielangebote mit aller Konsequenz bekämpft werden. „Denn wo sich das Spiel in den Schwarzmarkt verlagert, greifen weder gesetzliche Vorgaben noch die hohen Schutzstandards des legalen Marktes“, mahnte Stecker. „Unser gemeinsames Ziel muss deshalb sein, den Schwarzmarkt zurückzudrängen und das legale Angebot so aufzustellen, dass die Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher innerhalb des regulierten Marktes gehalten wird.“ Dafür brauche es Regulierung mit Augenmaß, konsequenten Vollzug und einen kontinuierlichen Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft.
Fest verankerte Branche in Schleswig-Holstein
Der persönliche Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Verbänden sei insbesondere bei Themen, die unterschiedliche Interessen miteinander in Einklang bringen müssen, wichtig, betonte Landtagspräsidentin Kristina Herbst (CDU). Der Glücksspiel- und Automatenwirtschaft komme eine besondere Rolle zu. Sie bewege sich im Spannungsfeld zwischen unternehmerischer Verantwortung, dem Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, der Bekämpfung illegaler Angebote und der Notwendigkeit verlässlicher rechtlicher Rahmenbedingungen.
Die Automatenwirtschaft in Schleswig-Holstein stehe für eine Branche, die im Land fest verankert ist und Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und wirtschaftliche Wertschöpfung schafft, so Herbst. Zugleich sei klar: Wer wirtschaftlich tätig ist, trage Verantwortung – insbesondere dort, wo Angebote mit einem besonderen Sucht- und Gefährdungspotenzial verbunden sein können. Angesichts der zunehmenden Verlagerung von Angeboten in den digitalen Raum brauche es einen offenen und sachlichen Dialog darüber, wie wirksamer Spielerschutz, der Kampf gegen illegale Angebote und faire Wettbewerbsbedingungen für lizenzierte Anbieter auch zukünftig in Einklang gebracht werden können. „Genau diesen Dialog sollten wir nutzen: sachlich, kritisch, aber immer mit dem gemeinsamen Ziel, gute Rahmenbedingungen für Schleswig-Holstein zu schaffen – für einen wirksamen Spielerschutz, für einen fairen Wettbewerb und für eine verantwortungsvolle, zukunftsfähige Wirtschaft.“
Bild (v.l.): Mario Tants (DAW-Länderbeauftragter für Schleswig-Holstein), Max-Herbert Krumme, Johanna Bergstein (ash), Kristina Herbst, Georg Stecker. © AWI/DAW/Juka

