
23.09.2026
Geschäftskonten-Kündigung bei Automatenunternehmen: BA startet Mitgliederbefragung
Die Mitgliedsverbände des Bundesverbands Automatenunternehmen (BA) erreichen zunehmend Hinweise auf Probleme beim Zugang zu Bank- und Finanzdienstleistungen. Unternehmen berichteten von der Kündigung langjähriger Geschäftsbeziehungen, der Ablehnung neuer Geschäftskonten sowie Schwierigkeiten bei Krediten oder Leasingverträgen. In den geschilderten Fällen würden häufig pauschal „Compliance-Vorgaben“, „interne Richtlinien“ der Banken oder der Ausschluss der Finanzierung von Glücksspielangeboten als Grund genannt. Die Folgen seien erheblich. Der Zahlungsverkehr gerate ins Stocken. Die Suche nach einem neuen Kreditinstitut dauere mitunter Monate. Auch notwendige Investitionen könnten trotz guter Bonität nicht finanziert werden.
„Setzen uns für gesetzlich verankertes Recht ein“
„Ein Geschäftskonto ist für jedes legale Unternehmen die unverzichtbare Grundlage des täglichen Geschäftsbetriebs“, so der BA. Deshalb setzt sich der Verband dafür ein, ein gesetzlich verankertes Recht auf ein Basiskonto für Unternehmerinnen und Unternehmer zu schaffen – unabhängig von Branche, Unternehmensgröße oder wirtschaftlicher Situation.“ Die Online-Befragung soll erstmals systematisch erfassen, in welchem Umfang die Automatenbranche von Einschränkungen beim Zugang zu Bank- und Finanzdienstleistungen betroffen ist. Sie dauert laut BA nur wenige Minuten, ist anonym und lässt keine Rückschlüsse auf das Unternehmen zu.
Jede Antwort zählt – Link zur Befragung
Gesammelt werden sollen Fälle, bei denen die Bank branchen-, tätigkeits- oder compliancebezogene Gründe genannt hat oder keine unternehmensspezifische Begründung erkennbar war. Die Teilnahme betroffener Unternehmen sei besonders wichtig. Darüber hinaus zähle jede Antwort, auch wenn diesbezüglich bislang keine Probleme aufgetreten seien. Die Zahlen sollen als Datengrundlage für weitere Gespräche mit Politik, Regulierungsbehören und Kreditwirtschaft dienen. „Nur mit belastbaren Zahlen können wir zeigen, ob und in welchem Umfang ein branchenweites Problem besteht und unsere Forderung nach einem gesetzlichen Recht auf ein Basiskonto wirkungsvoll vertreten. Unterstützen Sie uns und beantworten Sie die Online-Befragung.“ Hier geht es – nach der Anmeldung im geschützten BA-Mitgliederbereich – direkt zur Befragung.
Nicht aufgeben
games & business hat in der Mai-Ausgabe 2026 mit zwei Automatenunternehmern gesprochen, denen das Geschäftskonto gekündigt bzw. die Eröffnung verweigert wurde. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken antwortete uns in diesem Kontext, dass Banken und Sparkassen im Rahmen der Vertragsfreiheit und regulatorischer Vorgaben eigenständig entschieden, mit wem sie Geschäftsbeziehungen eingehen. Seitens des BA hieß es uns gegenüber im Mai, dass man bereits parallel auf mehreren Ebenen arbeite, um betroffene Branchenunternehmen zu unterstützen. Ziel sei der gesetzliche Anspruch auf ein Geschäftskonto. Der BA rät betroffenen Unternehmen, alle Vorgänge zu dokumentieren, den Verband zu informieren und alternative Banken oder seriöse Zahlungsdienstleister zu prüfen. „Und vor allem: nicht aufgeben. Je mehr Fälle wir kennen, desto stärker können wir politisch argumentieren.“
Bild: © Schab – stock.adobe.com


