04.11.2026
Lotto Hessen: Breites Bündnis fordert härteres Vorgehen gegen illegales Spiel
Lotto Hessen, der Landessportbund Hessen, die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen und der Hessische Jugendring haben am 3. November in Wiesbaden einen gemeinsamen Appell unterzeichnet. Die Initiative fordert klare und wirksame Regeln für den Glücksspielmarkt, um illegale Angebote zurückzudrängen und die Gemeinwohlfinanzierung nachhaltig zu sichern. Unter der Überschrift „Gemeinsam für Hessens Gemeinwohl“ will man ein Zeichen für die gesamtgesellschaftliche Bedeutung staatlicher Lottomittel setzen.
Bis zu 50 Prozent der Glücksspielaktivitäten außerhalb legalen Markts
Ein erheblicher Teil der Spieleinsätze komme über das Lotto-Prinzip dem Gemeinwohl zugute, unterstreicht das Bündnis. Das Modell gerate jedoch zunehmend unter Druck. Schätzungen zufolge finden bereits bis zu 50 Prozent der Glücksspielaktivitäten außerhalb des regulierten Marktes statt. „Diese Schwarzmarktangebote kassieren den Spieleinsatz, geben aber nichts zurück: keine Steuern, keinen Jugend- und Verbraucherschutz, keine Gemeinwohlfinanzierung“, sagt Martin J. Blach, Sprecher der Geschäftsführung von Lotto Hessen. „Dieser gefährlichen Entwicklung möchte unser Bündnis aus gesellschaftlich engagierten Akteuren entgegenwirken.“
Kanalisierung in den legalen Markt, konsequenter Vollzug
Die bis Ende 2026 vorgesehene Evaluation des Glücksspielstaatsvertrags und die mögliche Novellierung ab 2028 bieten aus Sicht der Initiative die Chance, politisch gegenzusteuern. Der Unterzeichnerkreis fordert daher einen funktionierenden Glücksspielmarkt unter den Leitprinzipien von Verantwortung und Freiheit. Dies beinhaltet, die Kanalisierung der Glücksspielnachfrage in den legalen Markt als oberstes regulatorisches Ziel zu verankern und den Vollzug gegen illegale Anbieter konsequent umzusetzen. Angemessene Werberegelungen sowie unbürokratische Genehmigungsverfahren sollen zudem das legale Angebot nachhaltig stärken. Gleichzeitig unterstreicht der Appell die Bedeutung einer interdisziplinären Glücksspielforschung als Grundlage für eine zielgerichtete Regulierung.
Verlässliche Strukturen, Stärkung legaler Anbieter
Prof. Dr. R. Alexander Lorz, Hessischer Finanzminister: „Lotto Hessen verbindet verantwortungsvolles Glücksspiel mit einer verlässlichen Gemeinwohlförderung und stärkt gesellschaftliche Angebote, in denen Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Diese Lottomittel leisten einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenhalt in Hessen. Gerade ehrenamtliches Engagement wäre ohne dieses Lotto-Prinzip vielfach gar nicht denkbar. Ich danke den Initiatoren und Unterstützern, die sich gemeinsam für den Erhalt dieses jahrzehntelang bewährten Prinzips einsetzen.“ Juliane Kuhlmann, Präsidentin des Landessportbunds Hessen: „Das Lotto-Prinzip ist für den organisierten Sport ganz entscheidend. Es sorgt für verlässliche Strukturen, von denen unsere 7.300 Sportvereine auf vielfältige Weise profitieren, etwa durch die Förderung vereinseigener Sportstätten, kostengünstige Bildungsangebote oder die Förderung von Übungsleitenden.“
Dr. Markus Juch, Vorstandsvorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen ergänzt: „Das Lotto-Prinzip ermöglicht zahlreiche soziale Angebote, auf die Menschen in Hessen täglich angewiesen sind. Eine verlässliche Förderung stärkt die soziale Infrastruktur und hilft dabei, Unterstützung dort anzubieten, wo sie am dringendsten gebraucht wird.“ Und der Vorsitzende des Hessischen Jugendrings, Mario Machalett, unterstreicht: „Die Gefahren der Spielsucht, gesetzliche Regelungen und Pflichten – all das spielt im Schwarzmarkt keine Rolle. Wir müssen aber gerade junge Menschen vor den Gefahren unerlaubten Glücksspiels schützen. Verbote nutzen dazu nicht, vielmehr brauchen wir die Stärkung legaler Anbieter und ihren Einsatz fürs Gemeinwohl, um Angebote der Jugendarbeit und der außerschulischen Jugendbildung zu ermöglichen.“
Der Appell „Gemeinsam für Hessens Gemeinwohl“ besteht aus vier Initiatoren sowie rund 20 Vereinen und Institutionen, die die Grundgedanken des Appells aktiv unterstützen. Das Bündnis versteht sich bewusst als offene Initiative und betont, dass sich weitere Akteure jederzeit anschließen können.
Bild (v.l.): Martin Blach, „Lottofee“ Franziska Reichenbacher; Prof. Alexander Lorz, Juliane Kuhlmann, Mario Machalett und Dr. Markus Juch. © games & business
