10.03.2026
BaWü: Zwei Boote auf demselben Strom
„Vielleicht sitzen wir in unterschiedlichen Booten, doch wir bewegen uns auf demselben regulatorischen Strom“, sagte Tobias Wald, Geschäftsführer der Spielbanken Baden-Württemberg, am 9. März bei der Jahreshauptversammlung des Automaten-Verbands Baden-Württemberg (AVBW) in Stuttgart. Der Austausch zwischen unterschiedlichen Segmenten des Glücksspielmarktes sei wichtig, betonte Wald in seinem Grußwort. „Wir alle sind Teil eines sensiblen, gesellschaftlich hoch relevanten Regulierungsfeldes.“ Glücksspiel sei kein gewöhnlicher Wirtschaftszweig. Es bewege sich seit jeher im Spannungsfeld zwischen „individueller Freiheit, wirtschaftlicher Betätigung, staatlicher Ordnungspolitik und sozialer Verantwortung“. Aus diesem Grund sei die Zusammenarbeit der einzelnen Segmente des Glücksspielmarktes so wichtig. Wald dankte dem AVBW für die „gute und engagierte Zusammenarbeit – zuletzt auch bei der Novelle des Landesnichtraucherschutzgesetzes“.
Ausnahme für Spielhallen beim Nichtraucherschutzgesetz
Diesen Erfolg der Zusammenarbeit unterstrich auch Dirk Fischer, erster Vorsitzender des AVBW. Er zeige, „wie gut und branchenübergreifend wir miteinander arbeiten“. Habe das Nichtraucherschutzgesetz des Landes zunächst ein komplettes Rauchverbot in Spielhallen vorgesehen, gebe es jetzt Ausnahmen. Unter bestimmten Bedingungen dürfe auch in Spielhallen weiter geraucht werden. Die beste Lösung seien Raucherkabinen, so Fischer.
Mit Blick auf die Landtagswahl vom 8. März, nach der CDU und Grüne je 56 Sitze im Landtag haben und wohl wieder eine gemeinsame Regierung bilden werden, äußerte Fischer: „Damit können wir arbeiten.“ Schließlich habe man schon in den vergangenen Jahren Erfahrungen mit einer grün-schwarzen Landesregierung gemacht.
„Gegenteil von Planungssicherheit für Unternehmer“
Und Arbeit gibt es aus Sicht der Automatenbranche mehr als genug: Die neue Landesregierung müsse endlich das Problem der Abstandsproblematik für die Spielhallen im Land lösen, mahnte Fischer. Eigentlich hätten die Auswahlverfahren schon 2021 abgeschlossen sein sollen. Stattdessen gebe es immer noch mehr als 600 anhängige Verfahren bei den Gerichten. „Das ist das Gegenteil von Planungssicherheit für Unternehmen.“ Ein weiterer „Dauerbrenner“ im Südwesten sind die teils extrem hohen Vergnügungssteuersätze in vielen Kommunen. Die treibe Unternehmen teilweise in den wirtschaftlichen Ruin. „Wir brauchen einen Deckel“, sagte Fischer mit Blick auf die immer weiter steigenden Vergnügungssteuersätze. Auch über die Sperrzeiten müsse man reden, so der AVBW-Vorsitzende. „Wenn um 22 Uhr Schluss ist“, heiße das auch, dass ab 22 Uhr keine Kanalisierung zugunsten des Spielerschutzes möglich sei.
Mehr Geldspielgeräte zugunsten des Kanalisierungsauftrags
Eine Äußerung von Spielbankengeschäftsführer Tobias Wald zum Thema Spielerschutz ließ die Unternehmer ebenfalls aufhorchen: Wald sagte, dass – zugunsten des Spielerschutzes – die Anzahl der Geldspielgeräte in den Spielbanken erhöht werden solle. Es sei „aus Sicht des Spielerschutzes notwendig, dass 30 Prozent der Spielautomaten frei sind“, damit sich die Gäste das Spiel, das sie spielen wollten, auch aussuchen könnten. Einen weiteren Bericht zur Jahreshauptversammlung des AVBW finden Sie in der April-Ausgabe von games & business. Sie wollen immer über das informiert sein, was die Branche bewegt – auch in Ihrer Region? Dann brauchen Sie games & business! Hier geht’s zum kostenlosen Probe-Abo. Auf Facebook gibt es hier eine Bildergalerie zur Veranstaltung.
Foto: AVBW-Vorsitzender Dirk Fischer sieht mit Blick auf die Abstandsproblematik für Spielhallen in Baden-Württemberg und die extrem hohen Vergnügungssteuersätze noch viel Arbeit für den Verband und die neue Landesregierung.
