19.12.2025
Deutsches Automatenmuseum: Vom Farbtupfer zur einzigartigen Sammlung
Das Deutsche Automatenmuseum in Espelkamp bildet die Wurzeln der münzbetriebenen Automatenbranche ab – ganz gleich ob Flipper, Musikboxen, Schokoladenverkäufer oder Geldspielgeräte. Rund 10.000 Besucherinnen und Besucher erfreuen sich jedes Jahr an den historischen Schätzen. Die Ausstellungsstücke stammen aus der Sammlung Gauselmann, die rund münzbetriebene 2.000 Exponate umfasst. Der Grundstein für die Sammlung legte Michael Gauselmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Merkur Group und Stiftungsvorstand der Gauselmann-Familienstiftung, vor 40 Jahren. 985 erwarb er erstmals eine historische Musikbox – und wurde von einer „Sammelleidenschaft gepackt, die ihn nicht wieder losließ“.
„Chance, Geschichte zu erzählen“
„Ich hatte damals ein ziemlich ödes Büro und wollte es verschönern“, erinnert er sich. In einem Artikel stieß der damalige Geschäftsführer der adp Gauselmann auf Wurlitzer Musikboxen und guckte sich die legendäre Wurlitzer 1015 aus, um etwas Leben in die Räumlichkeiten zu bringen. Ein Händler wurde beauftragt, das gute Stück in England zu erwerben, doch der kam stattdessen mit der Musikbox Ami B zurück. Die war zwar deutlich trister als die farbenfrohe Wurlitzer, doch der Händler hatte noch andere Unterhaltungsspielgeräte aus England im Gepäck. Durch sie sprang der Funke bei Michael Gauselmann über und weckte den Wunsch, weitere Geräte zu erwerben. „Mir wurde plötzlich klar, dass alles, was münzbetrieben ist, die Chance bietet, ein Stück unserer Geschichte zu erzählen und unsere Wurzeln zu visualisieren.“
In der Folge wurden zahlreiche Raritäten, die die Vielfalt und Innovationsfreude der Branche zeigen, angeschafft. So erschuf Michael Gauselmann eine der umfangreichsten Sammlungen münzbetriebener Automaten weltweit. „Wir können die vergangenen 120 Jahre unserer Branche aus jedem Blickwinkel dokumentieren“, stellt er fest. Michael Gauselmann und sein Team trugen hunderte Exponate zusammen – und wollten sie der Öffentlichkeit zugänglich machen. Eine Sonderausstellung im Deutschen Museum in München 1988 bildete den Startschuss für insgesamt rund 200 Sonderausstellungen, die hunderttausende Menschen erreichten. 1995 wurden einige Räume in der Espelkamper Merkur-Allee so hergerichtet, dass dort ein kleines Museum entstand.
„Konstanter Zuspruch“
Im Jahr 1999 übernahm schließlich Bruder Armin Gauselmann als damaliges Vorstandsmitglied der Gauselmann AG die Verantwortung für die Sammlung. Er erweiterte das Portfolio maßgeblich und erwarb sowohl die Sammlung eines deutschen Automaten-Herstellers als auch die 650 Automaten umfassende Kollektion von Jean-Claude Baudot. Damit stieg auch der Platzbedarf für die Ausstellung und so zog das Museum 2013 an den heutigen Standort auf Schloss Benkhausen.
Seitdem kommen jedes Jahr rund 10.000 Besucherinnen und Besucher, um die Decap-Roboterband, den PEZ-Automaten oder den einarmigen Banditen hautnah zu erleben. „Wir sind sehr froh über den konstanten Zuspruch der Gäste und die vielen Begegnungen und persönlichen Geschichten, die unsere Geräte auslösen“, erläutert Museumsleiter Sascha Wömpener. Dem kann Michael Gauselmann nur zustimmen – und doch denkt er schon wieder einen Schritt weiter: „Ich würde mit den Exponaten gerne wieder noch mehr Menschen erreichen und dafür vielleicht auch an anderen Orten ausstellen. Dank der Automaten kann man mit so vielen Menschen über die Branche ins Gespräch kommen – und diese Chance sollten wir nutzen.“
Bild: Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Sammlung Gauselmann trafen sich Michael Gauselmann (rechts) und Museumsleiter Sascha Wömpener zu einem Gespräch, bei dem sie die Meilensteine Revue passieren ließen. © Merkur Group