17.03.2026
GGL: Vermessung des Schwarzmarkts für Online-Glücksspiel
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat die Ergebnisse der Studie „Untersuchung des Schwarzmarktes und der Kanalisierung von Glücksspielen im Internet anhand einer Befragung von Glücksspielenden“ veröffentlicht. Die Studie wurde von der GGL in Auftrag gegeben und vom Blockchain Research Lab durchgeführt. Demnach liegt das Marktvolumen unerlaubter und damit nicht regulierter Online-Glücksspiele bei 22,97 Prozent. Die sich ergebende Kanalisierungsquote betrage 77,03 Prozent. Laut Studie machen legale bzw. regulierte Angebote mehr als drei Viertel des Glücksspielmarktes im Internet aus.
„Die wissenschaftlich berechnete Kanalisierungsquote bestätigt unsere bisherigen Annahmen zum Umfang des Schwarzmarktes“, so GGL-Vorstand Ronald Benter. „Die Ergebnisse stützen den Ansatz der faktenbasierten Regulierung im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags 2021.“ Sie deckten sich im Wesentlichen mit bereits vorhandenen Erkenntnissen der Behörde. Die GGL sieht sich durch die Studie in ihrem methodischen Vorgehen bei der Analyse des Schwarzmarktes bestätigt. Wissenschaftlich als geeignet bewertet worden sei insbesondere das bisher von den Ländern angewandte und der GGL übernommene Verfahren einer referenzwertbasierten Analyse, um die Größe des illegalen Glücksspielmarktes im Internet abzuschätzen.
Ergebnisse fließen in Evaluierungsprozess des Glücksspielstaatsvertrags ein
Die Ergebnisse fließen laut GGL in den laufenden Evaluierungsprozess des Glücksspielstaatsvertrags 2021 ein. Die Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder seien bereits informiert. „Inwieweit die Ergebnisse dieser Studie gegebenenfalls Anpassungen der gesetzlichen Vorgaben notwendig machen, darüber stehen wir mit den Ländern im Austausch“, so Benter. „Zudem bleiben die Ergebnisse der derzeit laufenden Studie zum Spielerschutz im Internet abzuwarten.“
Die Behörde betont, den Anteil illegaler Online-Glücksspielangebote weiter reduzieren zu wollen. Dabei verfolge man einen ganzheitlichen Ansatz und adressiere die gesamte Wertschöpfungskette des illegalen Online-Glücksspiels, von den Spieleherstellern über Anbieter und Zahlungsdienstleister bis hin zu Marketing- und Plattformstrukturen. Benter: „Unsere Maßnahmen werden sich mittelfristig auch in den Marktanteilen widerspiegeln.“ Der Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel sei allerdings ein Marathon, kein Sprint. Zentraler Bestandteil der Strategie sei die Zusammenarbeit mit legalen Anbietern sowie anderen europäischen Regulierungsbehörden. Gleichzeitig fordere man die legalen Anbieter auf, ihre Handlungsmöglichkeiten zur Eindämmung illegaler Angebote stärker zu nutzen.
Forschung soll fortgesetzt werden
Um Entwicklungen im Zeitverlauf beobachten zu können, plant die GGL, die Befragung in geeigneter Form fortzuführen. „Eine belastbare Datenbasis ist entscheidend für eine wirksame Regulierung des Glücksspielmarktes“, so Benter. „Daher werden wir auch künftig wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch in unsere Arbeit einbeziehen.“ Die Studie steht hier als Download zur Verfügung. Hier gibt es weitere Informationen zur Studie.
Bild: © GGL