Glücksspielsurvey 2026: Problemspiel auf konstant niedrigem Niveau

Zwischen 2019 und 2026 ist keine signifikante Entwicklung beim problematischen Spielverhalten feststellbar, zeigt der „Glücksspielsurvey 2026“. Diese neuen Daten sind das Ergebnis einer repräsentativen telefonischen Befragung unter 11.500 Befragten, die forsa mittlerweile zum neunten Mal durchgeführt hat. Das Institut hat die Ergebnisse jetzt bekannt gegeben.

Fortführung BZgA-Studie

Forsa setzt die zwischen 2007 und 2019 erschienene Studie „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht“ der damaligen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) fort. Nach fünfjähriger Pause übernahm der Verband der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) die Finanzierung der Untersuchungsreihe.

Hatte sich im Glücksspielsurvey 2024 keine Veränderung beim Anteil der „problematischen“ oder sogar „wahrscheinlich pathologischen“ Spielerinnen und Spieler gegenüber der letzten BZgA-Untersuchung 2019 gezeigt, so bewegen sich diese Anteile auch im aktuellen Glücksspielsurvey 2026 auf einem ähnlich niedrigen Niveau. Lediglich 0,40 bzw. 0,25 Prozent aller Befragten fallen nach SOGS-Klassifikation (South Oaks Gambling Screen) in die Kategorien der problematischen bzw. wahrscheinlich pathologischen Spielerinnen und Spieler. 96 Prozent der Befragten zeigen hingegen entweder ein unproblematisches Spielverhalten oder spielen gar nicht. Es ist ein weiteres Ergebnis der Studie, dass Glücksspiel in Deutschland durchaus populär ist. Über 80 Prozent der Menschen zwischen 16 und 70 Jahren in Deutschland haben im Laufe ihres Lebens schon einmal Glücksspiel gespielt – 42 Prozent auch innerhalb der letzten zwölf Monate.

Daten wissenschaftlich verfügbar

Wie forsa erläutert, werden im Rahmen der Untersuchung „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht“ seit 2007 das Wissen, die Einstellungen und das Risikobewusstsein der Bevölkerung im Hinblick auf das Thema Glücksspiel auf einer breiten Datenbasis untersucht. „Ein wesentliches Ziel der aktuellen Untersuchung bestand darin, zu überprüfen, ob sich das Glücksspielverhalten der Bevölkerung insgesamt und insbesondere der Anteil der Personen mit einer Glücksspielstörung in der Bevölkerung in den letzten Jahren verändert hat.” Mit dem Glücksspielsurvey 2026 liegen nun bereits zwei Jahre nach der letzten Untersuchung wieder neue Vergleichsdaten auf breiter Basis vor, die von interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im GESIS-Datenarchiv auch für eigene, vertiefende Untersuchungen kostenfrei bezogen werden können.

Die Studie stelle ein Musterbeispiel für das wissenschaftliche Engagement eines Wirtschaftsverbandes dar, teilt forsa mit. Nachdem die BZgA als zuständige öffentliche Stelle die Studienreihe nach 2019 nicht mehr fortgeführt hatte, war mit dem VDAI 2024 ein privater Finanzierungspartner in Aktion getreten, um diese national einzigartige Untersuchung fortzusetzen. Mit der aktuell vorliegenden Untersuchung wird nun wieder an den zweijährigen Rhythmus der zwischen 2007 und 2019 in der Verantwortung der BZgA durchgeführten Glücksspieluntersuchungen angeknüpft. Denn nur durch kontinuierlich durchgeführte Wiederholungsbefragungen könnten Entwicklungen im Glücksspielverhalten und Veränderungen beim Anteil der Menschen mit einer Glücksspielstörung verlässlich aufgezeigt werden.

Bild: © forsa