
03.04.2025
iGaming Germany: „Umdenken notwendig“
Der „herausfordernde und stark regulierte“ deutsche Online-Glücksspielmarkt wurde beim Kongress iGaming Germany 2025 am 1. und 2. April in Frankfurt betrachtet. Vor allem die Konkurrenz durch den Schwarzmarkt und die Arbeit der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) sorgte für reichlich Diskussionsstoff.
Verständnis und Kritik
Den Rednern war es wichtig, kein „GGL-Bashing“ zu betreiben, wie Marketing- und KI-Experte Andre Root formulierte. Auch Jan Feuerhake, Anwalt bei Taylor Wessing und Moderator der Veranstaltung, bescheinigte: „Die GGL probiert ihr Bestes.“ Und Kevin Rieger (Bernstein Group) unterstrich, dass die GGL für ihr Handeln immer ein Mandat braucht und somit den politischen und regulatorischen Vorgaben unterliegt. Wichtig sei es daher, die GGL als Behörde zu stärken. Auch Stefan Kilpper, Manager Stakeholder Relations und Public Affairs bei WestLotto, sieht die Regulierungsbehörde in einer schwierigen Position, da sie unterschiedlichste Interessenlagen ihrer Stakeholder berücksichtigen müsse. Daher brauche sie „mehr Manpower“, um ihren Aufgaben nachzukommen.
Bei allem Verständnis sorgte die Arbeit der GGL auch für Kritik. Kilpper befand, dass ein „Umdenken notwendig“ sei, um in Zukunft besser auf die Herausforderungen reagieren zu können. Auch vier Jahre nach ihrer Gründung sei die Behörde nicht nah genug am Markt, so Kilpper. Daraus resultiere ein mangelndes Verständnis für die Produkte und für den Schwarzmarkt. Aus diesem Grund hätten die lizenzierten Anbieter immer wieder den Austausch gesucht. „Wir als legaler Anbieter haben ein gutes Verständnis davon, wie Illegale funktionieren.“ Es brauche einen strukturierten Dialog zwischen der Behörde und dem legalen Markt. Diese Gespräche könnten auch entscheidend sein, um eine gemeinsame Basis etwa bei der Größe des Schwarzmarkts zu finden, erklärte Fabian Masurat, Anwalt bei Taylor Wessing. Vor diesem Hintergrund wurde es bedauert, dass kein GGL-Verantwortlicher in Frankfurt anwesend war.
Derzeit nicht grün genug
„Nur ein attraktives Produkt sorgt für Kanalisierung“, unterstrich Feuerhake. Vorgaben bezüglich der Spindauer und zum Spielpreis sowie die Besteuerung machen der Branche zu schaffen. Hier müsse man regulatorisch die Balance für ein attraktives Angebot finden, stimmte Michelle Chelsea Hembury, Senior Associate bei Melchers Rechtsanwälte, zu. „Das Gras ist derzeit bei den Legalen nicht so grün. Aber es muss zumindest grün genug werden, dass ein wirtschaftliches Angebot möglich ist.“
Den kompletten Bericht zur iGaming Germany 2025 lesen Sie in der April-Ausgabe von games & business. Hier geht’s zum Abo.
Bild: © games & business