Illegales Glücksspiel: Erfolgreiche Razzia in Elmshorn und Hamburg

Mehr als 50 illegal aufgestellte Spielautomaten, Beweismittel in Form von Unterlagen und elektronischen Speichermedien sowie Vermögenswerte von mehr als 500.000 Euro stellten Einsatzkräfte am 8. Januar bei einem Einsatz in Elmshorn und Hamburg sicher. Sie vollstreckten Durchsuchungsbeschlüsse für zahlreiche Gaststätten und mehrere Wohnungen. Hintergrund sind Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Verdacht der unerlaubten Veranstaltung von Glücksspielen durch das Aufstellen von Spielautomaten. Darüber informiert eine gemeinsame Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft des Landes Schleswig-Holstein, des Finanzamts/Steuerfahndung und der Polizeidirektion Bad Segeberg.

Über 140 Einsatzkräfte, mehr als 50 illegale Automaten, mehr als 500.000 Euro

Unter Federführung der bei der Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig eingerichteten Koordinierungs- und Ermittlungseinheit zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität (KE OK) waren an den Maßnahmen über 140 Polizeibeamte, Steuerfahnder des Landes Schleswig-Holstein, eine Vielzahl von Polizeibeamten der Freien und Hansestadt Hamburg sowie Mitarbeitende des Ordnungsamts der Stadt Elmshorn beteiligt. Neben den über 50 Automaten stellten die Beamten im Rahmen der Vermögensabschöpfung über 500.000 Euro vorläufig sicher. Unter anderem Bargeld, hochwertige Kraftfahrzeuge und Immobilien.

games & business sprach für seine Dezember-Ausgabe mit Oberstaatsanwalt und Leiter der KE OK Dr. Marcus Marlie über illegales Glücksspiel und die Organisierte Kriminalität. Am häufigsten stoßen die Ermittlungsbehörden auf sogenannte Fungames, also komplett illegale Spielautomaten“, so Marlie. „Legt man die Erfahrungen mit den sichergestellten Geräten zugrunde, werden mit einem illegalen Spielautomaten geschätzt rund 15.000 Euro umgesetzt.“ Er berichtete außerdem über die sehr aufwändige Vorbereitung der Einsätze. Sie seien mit einem sehr hohen Kräfteaufwand insbesondere der „ohnehin schon sehr belasteten Landespolizei“ verbunden. Allein 2025 habe die KE OK wegen des Vorwurfs illegalen Glücksspiels mehrere hundert Geräte sichergestellt. Im November 2025 sprach Marlie auch auf der Jahreshauptversammlung des Automaten-Verbands Schleswig-Holstein.

Bild: Allein 2025 hat die KE OK mehrere hundert illegale Spielautomaten im Norden sichergestellt. Mit der Razzia in Elsmhorn und Hamburg sind wieder mehr als 50 dazugekommen. Sie werden zunächst gelagert und im Fall einer rechtskräftigen Verurteilung und Einziehungsentscheidung vernichtet. © Polizei Lübeck