Steffen Hanak

Auf Kurs bleiben

Länger als sonst haben wir über das Titelbild für unsere Januar-Ausgabe diskutiert. Auf der einen Seite hat es keinen Sinn, am Anfang eines Jahres schon Trübsal zu blasen. Auf der anderen Seite sind die Zeiten nicht unbedingt für Jubelstürme gemacht. Es ist nicht einfach, die Stimmung zu treffen.

Das liegt daran, dass niemand so richtig weiß, wohin die Reise geht. Gerade wurden in Niedersachsen die Doppelkonzessionen dicht gemacht und gesunde Unternehmen gefährdet oder zerstört. Gleichzeitig beweisen die Brandenburger Sinn für die Zusammenhänge von Spielerschutz und Wirtschaftlichkeit und verlängern die Erlaubnis für die sogenannten Verbundspielhallen die nächsten fünf Jahre. Heißt das jetzt etwas für den Rest der Republik? Und wenn ja – was? Irgendwie hängt man zwischen den Stühlen. Und in der Zange zwischen illegalem Spiel und restriktiven Spielregeln – auch im Jahr 2026.

Die Hoffnung, dass sich das dieses Jahr ändern wird, ist überschaubar. Wenn sich dieses Jahr noch Ergebnisse zeigen sollten, wird das sportlich. Geduld ist hier das Gebot der Stunde – und der Glaube an den Kurs, der verfolgt wird. Die Argumentation, dass legales Spiel vorhanden sein muss, wenn nicht illegal gespielt werden soll, wird sich durchsetzen. Denn sie ist nicht ideologisch, sondern logisch. Und genauso ist es mit der Erkenntnis, dass die Spielregeln für legales Spiel dem Spielgast gefallen müssen, wenn es denn seine Schutzwirkung entfalten soll. Andernfalls spielen die Menschen illegal. Das ist keine akademische Beweisführung, sondern gelebte Realität da draußen. Alle privaten Spielanbieter machen diese Erfahrung. Dies immer wieder zu sagen, mit Zahlen zu untermauern und mit Erfahrungen zu unterfüttern, ist deswegen der einzige Weg zu einem sicheren Spiel.

2026 kommt es deshalb darauf an, sich nicht von Niedersachsen entmutigen, sondern von Brandenburg motivieren zu lassen. Der Kurs ist richtig. Wir müssen ihn halten.

Steffen Hanak, Chefredakteur games & business
hanak@gamesundbusiness.de