19.03.2026
DAW-Frühlingsempfang: Vollzug leistet Schwerstarbeit gegen Illegale
Mit Blick auf den Kampf gegen das illegale Spiel sei es „gut zu erkennen, dass man unter Partnern ist“, sagte Gastredner Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), auf dem Frühjahrsevent „Politik trifft Unterhaltung“ des Dachverbands Die Deutsche Automatenwirtschaft am 18. März in Berlin. Die Polizei und die Branche „verbinde in diesem Kampf viel mehr, als man manchmal denkt“. Um Menschen gemeinsam zu schützen, forderte er starke legale Strukturen, eine kluge Regulierung und einen gut ausgerüsteten Vollzug.
Polizei setzt auf Partnerschaft mit Branche
Wie Kopelke aus dem Polizei-Alltag schilderte, treffe man immer öfter das illegale Spiel in Hinterzimmern, Vereinen, aber auch in speziell dafür ausgebauten Wohnungen und anderen Locations als scheinbar lokale Straftat an. Man müsse es aber als „massives Problem im größeren Zusammenhang der Organisierten Kriminalität“ sehen. Hier gehe es um internationale Akteure und Geschäfte in Größenordnungen von bis zu 800 Millionen Euro.
Um dieses System zu durchbrechen, brauche die Polizei neben Personal und Ausstattung ein Netzwerk an Partnern, zu denen Kopelke die legale Automatenwirtschaft und deren Unternehmen gleich doppelt zählte. Zum einen sei legales Spiel ein Bollwerk gegen illegale Angebote. Zum anderen wüssten die legalen Unternehmen vor Ort am besten, „was wo passiert“. Dieses Wissen sei unersetzlich im Kampf gegen illegales Spiel, das „zum Glück noch ein Straftatbestand“ ist. Denn sonst hätte man gar nichts mehr in der Hand. „Wer die legale Branche stärkt, der trocknet die Illegalen aus“, war Kopelke überzeugt. Er warnte in diesem Zusammenhang vor einer Überregulierung der legalen Angebote, die dazu führe, dass Spieler in die wachsenden illegalen Angebote „abwandern“.
Neujustierung bei Regulierung nötig
Seinen „großen Respekt vor den Vollzugsbehörden“ hatte zu Beginn des Abends Gastgeber Georg Stecker, Sprecher des Vorstands Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW), ausgedrückt. Im Kampf gegen das illegale Spiel würden sie „Schwerstarbeit“ leisten, bedankte er sich im Namen der Branche. Sehr besorgt verwies er auf die Tendenzen auf dem Markt, der auf 50 Prozent illegales Spiel beim Geldspiel zusteuere. Die Ursache: „Legales Spiel ist so reguliert, dass es nicht marktgerecht ist. Und außerdem ist es nicht mehr ausreichend verfügbar.“ Wer diesen Zug zur Illegalität stoppen wolle, müsse beides ändern, so Stecker vor einem mit Gästen aus Politik, Verwaltung, Medien und auch Branche gut gefüllten Frederick‘s am Potsdamer Platz. Von einer neuen Spielverordnung erwartet er eine ”Neujustierung, die den Kunden wieder die Freude am legalen Spiel ermöglicht”.
Bild: Jochen Kopelke (r.) mit Georg Stecker auf dem DAW-Frühlingsempfang in Berlin am 18. März. © games & business