20.08.2026
Rund 39 Millionen Gamer in Deutschland
Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland (55 Prozent) spielt Video- oder Computerspiele – regelmäßig oder hin und wieder. Das entspricht rund 39 Millionen Menschen über 16 Jahren. Diese Zahl gab jetzt der Digitalverband Bitkom als eines der Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.205 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, darunter 663 Gamer, bekannt. Weitere Ergebnisse: Fast die Hälfte der Gamer (47 Prozent) kann sich demnach ein Leben ohne Video- und Computerspiele inzwischen nicht mehr vorstellen. 44 Prozent haben sich schon einmal gewünscht, selbst in echt in ein Spiel eintauchen zu können. 40 Prozent bauen sich in Spielen eine eigene Wunschrealität. Ebenfalls 40 Prozent fliehen in Games aus der Realität. 37 Prozent können sich in Video- und Computerspielen selbst verwirklichen. Jede und jeder Fünfte (21 Prozent) gibt an, nur in Spielen sein wahres Ich zu zeigen. Dr. Bernhard Rohleder, Bitkom-Hauptgeschäftsführer: „Gaming ist in der Breite der Gesellschaft angekommen und dort seit Jahren fest verankert. Was sich verändert, sind die Spielwelten. Sie werden vielfältiger, KI eröffnet neue Möglichkeiten und auch die Art, wie Menschen spielen, wandelt sich.“
Unveränderte Gamer-Zahl, immer noch stereotype Darstellungen, Defizite beim Jugendschutz
Über die vergangenen Jahre ist die Zahl der Gamer laut Bitkom vergleichsweise stabil geblieben. Auch vor fünf Jahren schon gaben 50 Prozent der Deutschen an zu spielen. Dabei werde auch im höheren Alter gezockt. Fast ein Viertel (24 Prozent) der Menschen ab 65 Jahren spielt zumindest gelegentlich. Dass die Diversität in Spielen in den vergangenen Jahren zugenommen habe, gaben 51 Prozent der Gamer an. Gleichzeitig wünschen sich 46 Prozent mehr Vielfalt der Charaktere und Stories in Spielen bezüglich Geschlecht, sexueller Orientierung und Herkunft. Stereotype Darstellungen von Frauen aber auch Männern in Spielen seien weiterhin präsent. Auch bei der Bedeutung weiblicher Charaktere in Games sehen viele demnach noch Nachholbedarf. Ein weiteres Ergebnis der Befragung ist, dass für 81 Prozent Online- und Videospiele keine sicheren Räume für Kinder und Jugendliche sind. 85 Prozent sagen, Gaming brauche einen besseren Kinder- und Jugendschutz. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Rohleder fordert an dieser Stelle gerade für Kinder und Jugendliche „sichere Plattformen und Regeln, die auch durchgesetzt werden“.
2 Stunden täglich auf 4 Geräten, drei Viertel zahlen fürs Gaming
Im Durchschnitt verbringen Gamer dem Bitkom zufolge täglich rund zwei Stunden mit Video- und Computerspielen. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) spielt weniger als zwei Stunden am Tag, jede und jeder Zehnte (10 Prozent) kommt auf fünf Stunden oder mehr. Die beliebtesten Gaming-Geräte: Smartphone (87 Prozent), Spielkonsole (83 Prozent), Laptop (69 Prozent), stationärer PC (50 Prozent). Tablets kommen bei 47 Prozent zum Einsatz, VR-Brillen bei 31 Prozent. Im Durchschnitt seien es vier verschiedene Gerätetypen, die Gamer zum Spielen nutzen. Bei den Genres liegen Gelegenheitsspiele (Casual Games) vorn mit 73 Prozent. Es folgen Jump’n’Run-Spiele (69 Prozent), Strategie-, Management- und Aufbauspiele (62 Prozent), Social- und Messenger-Games (56 Prozent) sowie Action-Spiele (53 Prozent).
Drei Viertel (75 Prozent) haben in den vergangenen zwölf Monaten zudem Geld für Video- oder Computerspiele ausgegeben – 73 Prozent online. Jeweils 48 Prozent haben In-Game-Käufe – also zusätzliche Käufe innerhalb eines Spiels – getätigt oder für Abonnements von Spielen beziehungsweise Online-Diensten bezahlt. 42 Prozent haben Spiele im Internet gekauft oder heruntergeladen. Im stationären Handel haben 17 Prozent Geld für Games ausgegeben. Ein weiteres Ergebnis der Befragung: 58 Prozent der Gamer stören sich an ständigen Kaufangeboten in Videospielen, ein Drittel fühlt sich bei In-Game-Käufen häufig abgezockt. Allerdings spielten 43 Prozent lieber ein kostenloses Spiel mit In-Game-Käufen als ein kostenpflichtiges Spiel ohne weitere Kosten. Mit Blick auf KI schließlich erwarten 6 von 10 Gamern eine KI-Revolution im Gaming. Hier geht es zu verschiedenen Grafiken zur Befragung.
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