21.08.2026
Illegales Glücksspiel: Heidenheim zerstört 42 beschlagnahmte Automaten
42 illegale Spielautomaten sind in Heidenheim beschlagnahmt und zerstört worden. Die Geräte standen nach Mitteilung der Stadt in Gaststätten und Shisha-Bars, abseits legaler Spielhallen. Die Stadt spricht von einem bedeutenden Ermittlungserfolg des Geschäftsbereichs Recht, Sicherheit und Ordnung im Kampf gegen illegales Glücksspiel.
„Eines der größten verdeckten Probleme der Gesellschaft“
Das illegale Glücksspiel bleibt eines der größten verdeckten Probleme unserer Gesellschaft, heißt es seitens der Stadt Heidenheim. Dort ist Arndt Borgmann Experte für illegale Glücksspielautomaten und Spielrecht und laut Stadt seit 2011 auch ständiges Mitglied der Soko Kriminalität und Glücksspiel Ruhr. Nachdem der legale Markt im Jahr 2017 durch strengere technische Richtlinien, Fiskal-Auslesungen und die Reduzierung von maximal drei auf zwei erlaubte Geräte pro Gaststätte stark reglementiert wurde, sei die Szene zunehmend in die Illegalität ausgewichen, so die Beobachtungen in Heidenheim, wo der Spielerschutz „komplett ausgehebelt“ ist.
Manipuliert und ohne Spielerschutz
Die insgesamt 42 illegal betriebenen Geldspielgeräte seien im Zuge intensivierter Schwerpunktaktionen im Stadtgebiet beschlagnahmt worden. Vor ihrer Vernichtung wurden sie präzise ausgelesen, um zu ermitteln, wann der Automat aufgestellt wurde, wer der Aufsteller ist und woher das Gerät ursprünglich stammt. An den illegalen, manipulierten Geräten könnten Betroffene demnach bei angenommenen Verlusten von 200 Euro im Zwei-Sekunden-Takt extreme Summen innerhalb kürzester Zeit verspielen. Außerdem suggerierten die Geräte über ausländische Software Gewinne von bis zu 400.000 Euro, „die jedoch niemals ausgezahlt werden können“. Zur Einordnung: An einem legalen Geldspielgerät im gewerblichen Automatenspiel dürfen laut Spielverordnung pro Stunde im Schnitt maximal 400 Euro gewonnen und maximal 60 Euro verloren werden. Da es sich bei den illegalen Geräten meist um gefährliche Selbstbauten ohne jegliche TÜV-Prüfung oder technische Siegel handele, werden sie laut Stadt nach der Beweissicherung nicht eingelagert, sondern konsequent zerstört. Die Korpusse würden mittels Trennschleifern unbrauchbar gemacht und die Platinen vernichtet.
Für die Stadt Heidenheim steht fest, dass der Erfolg der Schwerpunktaktionen bei der Bekämpfung des illegalen Glücksspiels auf der engen, ganzheitlichen Kooperation der Behörden basiert. Die Kontrollen im illegalen Glücksspielrecht seien eng mit anderen Deliktsfeldern wie Steuerhinterziehung, Drogenhandel oder Geldwäsche verknüpft. Die Zusammenarbeit erfolge in einem „starken Netzwerk“ aus dem städtischem Fachbereich Recht, Ordnung und Sicherheit sowie Kriminalpolizei, Zoll, Landratsamt und Justizbehörden.
Bild: Heidenheims Oberbürgermeister Michael Salomo zerstört einen der illegalen Spielautomaten. © Stadt Heidenheim