Stefan Dreizehnter
20.05.2026
Aus Erfahrung gut
Leider immer häufiger steht man vor Aussagen von Politikern, die einen ratlos zurücklassen. Sebastian Fiedler, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, hat das mal wieder geschafft. Marktgerechtes Geldspiel will er nicht. Denn: „Eine Attraktivitätssteigerung legaler Angebote kann dazu führen, dass der Gesamtmarkt wächst.“ Hätte, wäre, könnte?
Wie wäre es denn damit, sich erst mal mit dem zu beschäftigen, was seit Jahren Fakt ist: Wenn etwas wächst, dann ist es der Markt für illegales Spiel, wie landauf, landab die Kriminalstatistiken bestätigen. Das ist das Erste, mit dem man sich beschäftigen müsste. Und wir wissen, was schrumpft. Das legale Spiel. Das ist das Nächste, worüber Politik sich Sorgen machen sollte. Denn der Glücksspielstaatsvertrag hat die Parole ausgegeben: Das legale Spiel soll Glücksspiel in sicheren und eben legalen Bahnen halten. Dafür ist es da. Was ist aber, wenn es nicht mehr da ist? Denn das ist das, was gerade passiert. Und nicht nur schleichend.
Darauf muss es Antworten geben, die sich nicht in Spekulationen ergehen, sondern belastbar sind. Dafür gibt es die Erfahrung der Jahre 2006/2007. Mit einer marktgerechten Spielverordnung konnte ein legales Spiel angeboten werden, mit dem das damals große illegale Angebot innerhalb eines Jahres vom Markt gefegt wurde. Übrigens, ohne dass die Zahl der belasteten Spieler angestiegen wäre, wie die BZgA-Erhebungen aus dieser Zeit zeigen.
Das ist doch Grund genug, einem solchen System der Re-Legalisierung des Marktes eine weitere Chance zu geben. Die Erfahrung liegt vor. Auf Basis dieser Fakten müsste ein Innenpolitiker und Ex-Polizist doch folgern: „Eine Attraktivitätssteigerung legaler Angebote kann dazu führen, dass der illegale Markt schrumpft.“ Wäre doch logisch, oder? Es ist doch einen Versuch wert, das illegale Spiel mit Mitteln zu bekämpfen, die aus Erfahrung gut sind.
Stefan Dreizehnter, Herausgeber games & business
dreizehnter@gamesundbusiness.de