29.07.2026
Cicero über illegales Glücksspiel: „Kein Randphänomen“
In seiner August-Ausgabe richtet das Magazin Cicero ein Schlaglicht auf das illegale Spiel. Im Rahmen eines ausführlichen Artikels kommen Vertreter von Behörden und Verbänden, Politiker sowie Unternehmer zu Wort und diskutieren die Hintergründe des wachsenden Schwarzmarkts.
„Stetig wachsender Parallelmarkt“
„Einmal haben wir bei einem illegalen Gerät, das rund sechs Monate nahe einem belebten Bahnhof lief, über drei Millionen Euro Umsatz registriert“, schildert ein Polizeibeamter. Weiter heißt es in dem Bericht: „Illegales Glücksspiel ist in Deutschland kein Randphänomen, sondern Teil eines stetig wachsenden Parallelmarkts, der sich jedweder Regulierung entzieht.“ Im Gegensatz dazu werde der legale Glücksspielmarkt so stark reguliert wie kaum eine andere Branche in Deutschland. Hieraus ergibt sich für Georg Stecker, Vorstandssprecher des Dachverbands Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW), ein grundsätzlicher Widerspruch. Einerseits sei der Staat bei der Bekämpfung des Schwarzmarkts auf das Wissen illegaler Anbieter angewiesen, zugleich schwäche er die legale Branche durch zunehmende Regulierung. Beispielsweise die vorgeschriebenen Spielpausen an Geldspielgeräten seien „gut gemeint, aber schlecht gemacht“, erklärt Georg Stecker gegenüber Cicero.
„Nur kleine Nadelstiche“
Für eine effektive Kanalisierung in legale Kanäle reicht Vollzug allein nicht aus. „Wir können immer nur kleine Nadelstiche setzen, die Zurückdrängung gelingt gar nicht“, berichtet etwa Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei. Daher brauche es einen zielgerichteten Ansatz, der den legalen Markt wieder attraktiver mache und insbesondere die oft komplizierte behördenübergreifende Zusammenarbeit vereinfache.
Für viele Entscheidungsträger seien legales und illegales Spiel gleichermaßen „pfui“, beobachtet Erik Stohn, SPD-Landtagsabgeordneter in Brandenburg. „Wir dürfen aber nicht einfach wegsehen, sonst findet es im Hinterzimmer statt.“ Daher müsse das Ziel eine vernünftige Vermittlung zwischen Spielerschutz, Wirtschaftsinteressen und dem Vollzug sein. Dr. Daniel Henzgen, Geschäftsführer bei Löwen Entertainment, sieht zudem eine weitere Gefahr. Illegales Glücksspiel bilde häufig den Nährboden für größere kriminelle Strukturen: „Organisierte Kriminalität fängt oft mit etwas vergleichsweise Kleinem wie illegalem Glücksspiel an. Hat man damit einmal Geld gemacht, eröffnet sich schnell der Weg für deutlich investitionsintensivere Straftaten.“
Den Artikel von Jan Uphoff in voller Länge lesen Sie in der August-Ausgabe des Cicero – Magazin für politische Kultur.
