15.04.2026
Deutscher Nachwuchsforschungspreis Glücksspielforschung vergeben
Der Deutsche Nachwuchsforschungspreis Glücksspielforschung geht in diesem Jahr an Dr. Sebastian O. Schneider vom Max-Planck-Institut für Verhaltensökonomik in Bonn. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert und wird von der Deutschen Stiftung Glücksspielforschung (DSG) vergeben. Die Preisverleihung fand am 13. April 2026 im Rahmen des Wissenschaftssymposiums „Aspekte menschlichen Risikoverhaltens“ im Literaturhaus München statt. Schneider wird für seine gemeinsam mit Matthias Sutter verfasste und im American Economic Review (2026, Vol. 116, Nr. 1, S. 88-118) veröffentlichte Studie „Risk Preferences and Field Behavior: The Relevance of Higher-Order Risk Preferences“ ausgezeichnet.
Die ausgezeichnete Arbeit
Die ausgezeichnete Studie untersucht die Relevanz höherer Ordnungen von Risikopräferenzen für tatsächliches Entscheidungsverhalten außerhalb des Labors. Schneider und Sutter zeigen, dass nicht allein die klassische Risikoaversion, sondern auch sogenannte höherwertige Risikopräferenzen – etwa Prudence und Temperance – signifikant mit realem Feldverhalten korrelieren. Die Ergebnisse sind von unmittelbarer Relevanz für die Modellierung von Verbraucherverhalten im Glücksspielkontext und für die Gestaltung wirksamer Präventions- und Schutzmaßnahmen. Die Publikation im American Economic Review – einem der fünf renommiertesten wirtschaftswissenschaftlichen Fachjournale weltweit – unterstreicht die wissenschaftliche Qualität der Arbeit, heißt es in der Mitteilung der DSG.
Hochkarätig besetztes Fachsymposium
Die Preisverleihung war eingebettet in ein interdisziplinäres Fachsymposium, das rechtswissenschaftliche, historische, ökonomische und verhaltenswissenschaftliche Perspektiven auf Risikoverhalten zusammenführt. Eine Veranstaltung dieser Art sei in Bayern bislang einmalig. Die Referenten waren Prof. Dr. Peter M. Huber (Bundesverfassungsrichter a.D., Thüringer Innenminister a.D., Staatsrechtsprofessor an der LMU München), Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Ulrich Gumbrecht (Stanford University und Hebrew University, Jerusalem), Prof. Dr. Andreas Rödder (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Professor für Neueste Geschichte), Prof. Dr. Darren Dahl (Dean an der Sauder School of Business, University of British Columbia), Prof. Dr. Jack Mintz (President’s Fellow, School of Public Policy, University of Calgary) und Prof. Dr. Marc Potenza (Professor für Psychiatrie sowie Professor im Child Study Center und für Neurowissenschaften).
Bild: Deutsche Stiftung Glücksspielforschung gGmbH