Steffen Hanak
21.10.2026
Ein gutes Zeichen
Wer aufmerksam über die IAAPA in London ging, der entdeckte einen Stand, den es dort bislang nicht gegeben hatte. Gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium gab es einen „Deutschen Pavillon“, auf dem unter der Schirmherrschaft des Verbands Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU) Fördermitglieder ihre Produkte zeigen konnten – ohne großen Organisationsaufwand und zu reduzierten Kosten.
Das ist neu. Wenn sich die deutsche Politik mit der modernen Freizeitwirtschaft beschäftigt, dann tut sie das bis jetzt nur für die Games-Branche. Im Bundeshaushalt 2026 stehen 125 Millionen für die sogenannte „Bundes-Games-Förderung“ bereit. Zuständig ist das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Es handelt sich dabei um nicht rückzahlbare Zuschüsse für die Entwicklung von Computerspielen und Prototypen. Nach den Glaubenskriegen, die in den 80er- und 90er-Jahren um die „Videospiele“ geführt wurden, ist das noch immer verwunderlich. Aber es ist kontraproduktiv, Kämpfe der Vergangenheit führen. Dass die Politik die Innovationskraft und den Markt anerkennt, ist ja positiv.
Von solchen Fördersummen ist man mit dem IAAPA-Pavillon natürlich noch Lichtjahre entfernt. Aber die Tatsache, dass jene Sparte der Freizeitwirtschaft, die von der lokalen Arcade und dem Family Entertainment Center (FEC) bis zum großen Freizeitpark reicht, gefördert wird, ist zumindest ein Anfang. Der Dreiklang aus der Schaffung von Arbeitsplätzen, regionaler Wertschöpfung und Steigerung der Standortattraktivität wird gesehen und anerkannt.
Das war nicht immer so. Und deswegen muss man diesen zarten Anfang hegen und pflegen. Denn er ist nicht nur finanzieller Natur, sondern zeigt eben auch gesellschaftspolitische Anerkennung. Nächstes Jahr soll wieder gefördert werden. Ein gutes Zeichen.
Steffen Hanak, Chefredakteur games & business
hanak@gamesundbusiness.de