Steffen Hanak
19.08.2026
Und es klappt doch
Automatenbranche und Politik können miteinander. Unaufgeregt, konstruktiv und zu beiderseitigem Vorteil. In dieser Ausgabe berichten wir von Erfahrungen und Ideen von Automatenunternehmern aus Niedersachsen, die Mut machen. Dabei geht es sogar um das Reizthema Vergnügungssteuer. Dass es selbst auf diesem Feld möglich ist, vernünftige Gespräche zu führen und eine Erhöhung abzuwenden, ist ein besonderer Erfolg. Der Schlüssel hierzu liegt eher in kleinen Dingen, die sich aber – beharrlich verfolgt – auszahlen.
Kommunalpolitik wird zu einem großen Teil ehrenamtlich geschultert – von Bürgern, die völlig unterschiedlichen Berufen nachgehen. Man kann und darf nicht erwarten, dass ein Hautarzt, ein Schreiner oder ein Lehrer sich gleichzeitig mit den Details der Regulierung des Glücksspiels auskennen. Deshalb ist es die Aufgabe jedes Automatenunternehmers, in seiner Kommune Aufklärungsarbeit zu leisten. Und zwar nicht erst, wenn die Kommunalpolitiker über eine Erhöhung der Vergnügungssteuer abstimmen wollen. Solche Kontakte müssen langfristig bespielt werden.
Unsere Branche kann argumentieren. Zahlen des eigenen Unternehmens belegen, wie erschreckend wenig von den Umsätzen übrigbleibt. Dass sie für gestiegene Personal- und Energiekosten draufgehen, können sich viele denken. Dass sie qua Gesetz auch für Mitarbeiter-Schulungen ausgegeben werden müssen, damit deren Fähigkeiten im Bereich Spielerschutz immer auf dem aktuellsten Stand gehalten werden, ahnt vermutlich niemand. Dass Automatenunternehmer außerdem nicht einfach ihre Preise erhöhen können, sondern der Spielpreis staatlich fixiert ist – und vor Jahrzehnten das letzte Mal erhöht wurde – weiß vermutlich auch keiner. Es gibt also viel zu tun!
Die Automatenunternehmer selbst können diese Wissenslücken am besten füllen. Idealerweise verbunden mit einem Besuch von Kommunalpolitikern in der eigenen Spielhalle. Dabei lässt sich nicht nur der Spielerschutz samt OASIS-Sperrdatei demonstrieren. Bei solchen Gelegenheiten wird auch klar, dass eine Spielhalle Arbeitsplätze schafft.
Es wird immer Menschen geben, die lieber weiter an ihre eigenen Vorurteile glauben. Diese konkreten Erfahrungen aus Niedersachsen zeigen aber, dass es sich lohnen kann. In jedem Fall ist es einen Versuch wert.
Steffen Hanak, Chefredakteur games & business
hanak@gamesundbusiness.de