Minijob-Aus: Dehoga warnt vor erheblichen Folgen

„Die Vorschläge der Rentenkommission gefährden eine Million Minijobs im Gastgewerbe“, ist der Dehoga Bundesverband alarmiert. Der Verband warnt daher eindringlich vor dem Minijob-Aus. Laut den am Wochenende bekannt gewordenen insgesamt 33 Vorschlägen soll der bisherige steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderstatus von Minijobs künftig nur noch für Schülerinnen und Schüler gelten. Seit dem 23. Juni sind die Vorschläge nun offiziell. Und Bundeskanzler Friedrich Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas haben die vollständige Umsetzung der Empfehlungen angekündigt. Aktuell gibt es allein im Gastgewerbe laut Dehoga rund 1,1 Millionen geringfügig Beschäftigte.

„Unverzichtbares Beschäftigungsinstrument“

Dehoga-Präsident Guido Zöllick: „Die Vorschläge der Rentenkommission gehen an der betrieblichen Realität vorbei und wären für das Gastgewerbe eine Katastrophe. Erst sollen Minijobs durch höhere Sozialabgaben massiv verteuert werden, jetzt droht die vollständige Abschaffung eines für unsere Branche unverzichtbaren Beschäftigungsinstruments. Das ist ein Frontalangriff auf die Flexibilität am Arbeitsmarkt und auf die Beschäftigungsfähigkeit des Gastgewerbes.“ Minijobs seien für die vielen Tausenden kleinen und mittleren Unternehmen von zentraler Bedeutung, um Beschäftigung passgenau zu organisieren. Sie sicherten Abendstunden, Wochenenden, Veranstaltungen und helfen, saisonale Nachfragespitzen abzudecken – wie aktuell in der Biergartensaison, erklärt der Verband.

Dem Dehoga zufolge entsprechen Minijobs in aller Regel den Wünschen der Beschäftigten, ermöglichen flexible Beschäftigung und verhindern die Flucht in die Schwarzarbeit bei Nebenbeschäftigten, Zuverdienern und Studenten. „Wer Minijobs auf Schülerinnen und Schüler beschränken will, übersieht, dass viele von ihnen minderjährig sind und aufgrund der zurecht strengen gesetzlichen Vorgaben gerade die für Gastronomie und Hotellerie besonders wichtigen Abend- und Wochenendschichten oftmals gar nicht übernehmen können“, macht der Verband deutlich. Minijobs verdrängten keine sozialversicherungspflichtigen Jobs, sondern stützten sie, argumentiert der Verband. Eine Umwandlung in reguläre Beschäftigung sei aufgrund des geringen Stundenumfangs vielfach gar nicht möglich. „Statt Arbeit in Deutschland immer weiter zu verteuern und bewährte Beschäftigungsformen infrage zu stellen, braucht Deutschland mehr Flexibilität, mehr Anreize für Beschäftigung und mehr Netto vom Brutto – nicht weniger.“

Bild: © Dehoga Bundesverband/Svea Pietschmann