
03.04.2025
PKS 2024: Wieder deutlicher Anstieg beim unerlaubten Glücksspiel
Die Delikte im Bereich des unerlaubten Glücksspiels sind im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr weiter deutlich angestiegen. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) hervor, die Innenministerin Nancy Faeser (SPD), Ulrich Mäurer, bremischer Innensenator und aktueller Vorsitzender der Innenministerkonferenz sowie Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts (BKA) am 2. April vorstellten. Der Verband der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) stellt die wichtigsten Einzeldaten der PKS 2024 aus Sicht der Automatenwirtschaft dar.
Illegales Glücksspiel: Von 2017 zu 2024 um das 12-Fache zugenommen
• Beim unerlaubten Glücksspiel (§§ 284ff. StGB, Schlüssel 661000) ist 2024 gegenüber dem Vorjahr ein weiterer deutlicher Anstieg auf 6.247 erfasste Fälle (+18,3 Prozent) dokumentiert. Ein Vergleich mit weiter zurückliegenden Jahren verdeutlicht die überdimensionale Steigerung. Von 2020 zu 2024 haben die erfassten Fälle des illegalen Glücksspiels um mehr als das 8-Fache (+820 Prozent) und zu 2017 um das 12-Fache zugenommen. Die Aufklärungsquote liegt beim unerlaubten Glücksspiel bei 98,1 Prozent (6.128 Fälle).
Weniger Diebstähle von/aus Automaten + weniger Raubüberfälle auf Spielhallen
• In der Straftatengruppe „Diebstähle von/aus Automaten“ werden neben (1) gewerblichen Geldspielgeräten nach Spielverordnung, (2) Glücksspielautomaten der Spielbanken und (3) sämtlichen Waren- und Dienstleistungsautomaten (wie Zigaretten-, Getränke- und Snackautomaten) auch Diebstahlshandlungen von/aus (4) Geldausgabeautomaten erfasst. 2024 wurden insgesamt 11.041 Diebstähle von/aus Automaten an allen Tatörtlichkeiten erfasst. Davon sind 1.065 Fälle „Einfacher Diebstahl“ und 9.976 Fälle „Schwerer Diebstahl“. Gegenüber 2023 zeigt sich beim „Schweren Diebstahl“ ein Rückgang von 239 Fällen und beim „Einfachen Diebstahl“ eine geringfügige Steigerung von 54 Fällen. Die Relation zum Vor-Corona-Jahr 2019 zeigt einen deutlicheren Rückgang von 1.728 Fällen (-13,5 Prozent). Mit Ausnahme des Jahres 2022 setzt sich der in den letzten Jahren sichtbare Rückgang der Fallzahlen in der Diebstahlskriminalität von/aus Automaten abgeschwächt fort. Die Aufklärungsquote liegt beim „Einfacher Diebstahl von/aus Automaten“ bei 39 Prozent (2023: 30,9 Prozent) und beim „Schwerer Diebstahl von/aus Automaten“ bei 19,8 Prozent (2023: 20,1 Prozent).
• Die Zahl der Raubüberfälle auf Spielhallen sank 2024 um knapp ein Drittel auf 126 Fälle. Dies zeigt, dass der seit 2017 bestehende Abwärtstrend weiterhin anhält. Der Verlauf der Abnahme der Fälle in Zahlen: 2017 (591 Fälle) → 2018 (511 Fälle) → 2019 (373 Fälle) → 2022 (215 Fälle) → 2023 (187 Fälle).
Über 5,83 Millionen Straftaten im Jahr 2024, mehr Gewaltdelikte
• 2024 wurden bundesweit insgesamt 5.837.445 Straftaten registriert. Das bedeutet einen Rückgang um -1,7 Prozent im Vergleich zu 2023 (5.940.667 Straftaten). Der Rückgang der Fallzahlen ist durch den deutlichen Fallzahlenrückgang bei den Rauschgiftdelikten insbesondere aufgrund der Teillegalisierung von Cannabis seit 1.4.2024 begründet. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist damit nicht gegeben. Im Vergleich zum letzten Jahr ohne coronabedingte Einschränkungen (2019: 5.436.401 Fälle) ist die Fallzahl 2024 um +7,4 Prozent gestiegen. Die Gesamtaufklärungsquote ist mit 58 Prozent (3.385.919 Fälle) im Vergleich zum Vorjahr (58,4 Prozent) um 0,4 Prozent gesunken. Die Zusammenfassung des BKA zur aktuellen Kriminalitätsstatistik finden Sie hier. Das BKA stellt eine erneute Zunahme im Bereich der Gewaltkriminalität heraus. Hier geht es zum Download der PKS 2024, den das Bundesinnenministerium bereitstellt.
Die Zahlen zur Kriminalitätshäufigkeit auf Länder- bzw. Städteebene werden erst vom BKA online gestellt, nachdem alle Länder ihre Polizeiliche Kriminalstatistik für das Berichtsjahr 2024 veröffentlicht haben. Zudem weist das BKA darauf hin, dass sich aus der PKS selbst die Ursachen für die Entwicklung der Fallzahlen nicht entnehmen und die Kausalitäten nicht abbilden lassen. Diese seien in den Bundesländern heterogen.
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