02.06.2026
Breites Bündnis für Wochenarbeitszeit
Ein breites Bündnis der Wirtschaft unterstützt die Kampagne „Wochenarbeitszeit jetzt“. Der Dehoga Bundesverband hatte die bundesweite Initiative für mehr Flexibilität für Betriebe und Beschäftigte im Februar 2026 gestartet. 14 Wirtschafts- und Branchenverbände haben sich jetzt angeschlossen.
Modernisierung des Arbeitszeitrechts
Im Mittelpunkt der Kampagne steht die gemeinsame Forderung nach einer Modernisierung des Arbeitszeitrechts im Sinne der Europäischen Arbeitszeitrichtlinie, um Betrieben und Beschäftigten mehr Gestaltungsspielraum zu ermöglichen. Der Dehoga weist auf die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen und wachsenden Anforderungen an flexible Arbeitsmodelle hin als Hintergrund des jetzt breiten Bündnisses hin. Weitere Partner seien eingeladen, sich zu beteiligen und die Reform voranzutreiben. Die Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit wurde im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbart. Einen Gesetzentwurf erwarte man noch vor der Sommerpause.
Bessere Arbeitszeitverteilung statt Mehrarbeit
Die Initiative „Wochenarbeitszeit jetzt“ lässt Menschen aus der Praxis zu Wort kommen. Arbeitgeber wie Arbeitnehmer machen deutlich, worum es geht, heißt es in der gemeinsamen Verbändemitteilung. Nicht mehr Arbeit, sondern mehr Freiheit bei der Verteilung von Arbeitszeit. Aus Sicht der Verbände sind sowohl die Bewältigung von Auftragsspitzen und Krisenintervention als auch schlichtweg die bessere Vereinbarkeit von Familie, Ehrenamt, Pflege und Beruf im Fokus. Das gelte für die mittelstandsgeprägte Tourismuswirtschaft wie Hotellerie und Gastronomie, Reisebüros und Veranstalter ebenso wie für die Live-Kultur sowie die Veranstaltungs- und Messewirtschaft.
Das Verbändebündnis
Das Bündnis für die Wochenarbeitszeit erstreckt sich demnach derzeit über 15 Verbände. Das sind asr Allianz Selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband, AUMA – Verband der deutschen Messewirtschaft, BDKV Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD), Bundesverband der Deutschen Incoming-Unternehmen, Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft | BTW, Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT), Deutscher Caravaning Handels-Verband, Deutscher Hotellerie- und Gastronomieverband (Dehoga Bundesverband), DRV Deutscher Reiseverband, EVVC Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren, Hotelverband Deutschland (IHA), LiveMusikKommission (LiveKomm), Verband Deutsches Reisemanagement | VDR und VDVO – Verband der Veranstaltungsorganisatoren.
Betriebliche Realität und Bedürfnisse der Beschäftigten
Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Jana Schimke betont etwa: „Das Gastgewerbe lebt von Flexibilität. Starre tägliche Höchstgrenzen passen weder zur betrieblichen Realität noch zu den Bedürfnissen vieler Beschäftigter.“ Flexibilität fürs Nachtleben fordert BDT-Präsident Holger Bösch. Clubs/Diskotheken bräuchten Arbeitszeitmodelle, die zur Branche passen. „Mehr Freiheit pro Woche.“ BTW-Generalsekretär Sven Liebert betont, dass Tourismuswirtschaft Mittelstand bedeute. Verlässlichkeit und Flexibilität sind entscheidend für einen zukunftsfähigen Tourismusstandort Deutschland. Die Wochenarbeitszeit ermöglicht unseren 250.000 Betrieben, diesem Anspruch jederzeit gerecht werden zu können.“ Für asr-Präsidentin Anke Budde liegt auf der Hand: „Arbeitszeitflexibilisierung kann Beschäftigten mehr Freiraum geben, Beruf, Familie und persönliche Lebenssituationen besser miteinander zu vereinbaren. Rahmenbedingungen, die den Bedürfnissen von Mitarbeitenden und Unternehmen gleichermaßen gerecht werden, seien vonnöten.
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