DOCV/DSWV: Wachsenden Schwarzmarkt ernst nehmen

Am 11. März haben das ISD Hamburg und die Universität Bremen ihre neuen Untersuchungsergebnisse zum Glücksspielverhalten in Deutschland veröffentlicht. Der Deutsche Online Casinoverband (DOCV) und der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) betonen in einem gemeinsamen Statement der Verbandspräsidenten Dirk Quermann (DOCV) und Mathias Dahms (DSWV): „Jeder Mensch mit einer Glücksspielstörung ist einer zu viel. Im regulierten Markt greifen staatlich geprüfte Schutzinstrumente – von Einzahlungslimits über das bundesweite Sperrsystem OASIS bis hin zu verpflichtenden Warnhinweisen und Spielpausen. Im Schwarzmarkt existiert keines davon. Wer Spielerschutz ernst nimmt, muss deshalb auch den wachsenden Schwarzmarkt ernst nehmen: Dort sind gefährdete Spieler schutzlos.“

Beide Verbände erinnern im Kontext der aktuellen Studienvorstellung daran, dass der vorangegangene Glücksspiel-Survey 2023 zur „Unstatistik des Monats“ gewählt wurde, nachdem ein wissenschaftliches Gutachten auf erhebliche methodische Mängel der Studie verwiesen hatte. Der ISD-Glücksspiel-Survey 2023 ging aufgrund eines Methodenwechsels erstmalig von 1,3 Millionen Menschen mit einer glücksspielbezogenen Störung aus (2,3 Prozent der Bevölkerung über 18 Jahre). Langjährige Untersuchungen der BZgA sowie eine Forsa-Studie im Jahr 2024 identifizierten hingegen rund 200.000 Menschen mit problematischem Spielverhalten (0,37 Prozent der Bevölkerung über 18 Jahre).

Bild: Mathias Dahms (DSWV, l.) und Dr. Dirk Quermann (DOCV) 2024 auf der ICE in London. © games & business