08.05.2026
Illegales Glücksspiel: Razzien in Schleswig-Holstein
Mit einer Reihe von Razzien in Schleswig-Holstein sind die Behörden in dieser Woche gegen die Hintermänner des illegalen Glücksspiels vorgegangen. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) durchsuchten rund 250 Polizeibeamte 14 Objekte in Kiel, Flensburg und Harrislee. Dabei wurden Immobilien im Wert von rund 2,6 Millionen Euro beschlagnahmt.
Verdacht der Geldwäsche
Die Aktion geht auf die Arbeit der Koordinierungs-und Ermittlungseinheit zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität in Schleswig-Holstein zurück und steht im Zusammenhang mit umfangreichen Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche. „Den aktuellen Ermittlungen liegen unter anderem Erkenntnisse aus Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels zugrunde“, heißt es dazu von Seiten der Polizei. Bereits im Dezember 2023 sowie im Dezember 2024 waren in diesem Zusammenhang Durchsuchungen in Kiel-Gaarden durchgeführt worden.
Nach dem derzeitigen Stand bestehe der Verdacht, dass Personen, die nach Einschätzung der Ermittlungsbehörden dem Bereich der organisierten Kriminalität zuzurechnen sind, erhebliche Einnahmen aus Straftaten verschleiert und in den legalen Wirtschaftskreislauf eingeschleust haben. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen hierfür insbesondere über Strohleute Immobilien in Kiel und Flensburg erworben worden sein, heißt es weiter. Zur Finanzierung der Kaufpreise sollen Gelder eingesetzt worden sein, die mutmaßlich aus Straftaten stammen, wie zum Beispiel der gewerbsmäßigen Veranstaltung unerlaubten Glücksspiels. Im Fokus der Ermittlungen stehen insbesondere auch Personen aus dem Umfeld einer Rockergruppierung.
Ziel der Maßnahmen war laut LKA insbesondere die Sicherstellung weiterer Beweismittel zur Aufklärung der Geldflüsse, der Finanzierungsstrukturen sowie der Tatbeteiligten. Zugleich wurden Maßnahmen zur vorläufigen Sicherung mutmaßlich inkriminierter Vermögenswerte zu Gunsten des Staates umgesetzt. Diese umfassen die Beschlagnahme von fünf Immobilien in Kiel und Flensburg mit einem Schätzwert von insgesamt rund 2,6 Millionen Euro sowie die Vollstreckung von Vermögensarresten in Höhe von rund 540.000 Euro. Zuletzt waren in Kiel mehr als 50 illegale Spielautomaten vernichtet worden. Auch diese Aktion steht in Verbindung mit den Ermittlungen zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels, die seit Ende 2023 laufen.
„Konsequent durchgreifen“
Innenministerin Magdalena Finke (CDU) spricht gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) im Zuge der Razzien von einem „großen Erfolg“ der sogenannten Null-Toleranz-Strategie gegenüber Rockergruppierungen: „Wir müssen dort eingreifen, wo es solchen Gruppierungen besonders weh tut, nämlich beim Geld“, so die Ministerin. Man habe nun gezeigt: „Wer kriminelle Geschäfte macht, kann sich seiner Gewinne nicht sicher sein.“ Justizministerin Kerstin von der Decken (CDU) bekräftigte: „Wer versucht, illegale Gewinne zu verschleiern und in den legalen Wirtschaftskreislauf einzuschleusen, muss wissen, dass der Staat konsequent zugreift.“ Weiter betonte die CDU-Politikerin die enge und gute Zusammenarbeit von Justiz und Polizei im Rahmen der im November 2024 gegründeten Task Force Geldwäschebekämpfung.
Bild: Symbolfoto © Antje – stock.adobe.com